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Der israelitische Volkslehrer · 1857-07-01 · Heft 7 (Juli 1857) · page 16

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 7 (Juli 1857)
Date
1857-07-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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224 Wageucr. Stahl, die Juden „der Staat wird vor Allem die christliche Gnade selbst lhatsäch, Mb zu würdigen haben, als die unerläßliche religiöse Vorbcdin. gttng zur Lösung aller politischen Aufgaben; er wird nur Christen alS wahrhaft befähigt zur Tbeilnahme an seinem öffentlichen Leben anerkennen dürfen" — so begreifen wir das wenigstens, es ist eben die mittelalterliche Ansicht. Wenn er aber in demselben Sstzgcmge dem Staate, der nur Christen zulassen darf, untersagt, sich in consefstonelle und theologische Unterscheidungen einznlassen und von ibm verlangt, sich „zunächst an die äußere Thatsache der Täufe" zu hallen, so verstehen wir wohl, wie dadurch ,, Ungetanste" abschatten, nicht aber, wie dadurch Christen verwandt werden, eben darum aber auch nicht, welcher wahrhaft christliche Gedanke diesem politischen Kriterium zu Grunde liegen kann. Die Prämisse gebt von einem dogmatischen Lehrsätze „von der christlichen Gnade" aus, die Konsequenz verläuft sich in ein rein äußerliches Kennzeichen, welches an Voltaire, wie au F6n6lo n, an dem Gomelänaner La MeNrie, wie an dem frommen Verfasser selbst zu finden ist. Nimmermehr würde der fromme katholische Köich Ludwig IX. von Frankreich, nimmermehr der fromme lutherische Kurfürst Johann Friedrich, solche Bürgschaft der Christlichkeit als vollgültig angenommen haben! Wir leugnen darum nicht, daß es besser ist, so zu verfahren, als von neuem swie es eben die Partei des Herrn Wagener so gerne ihn:) die Gewissen fplüttrrechnerei einzuführen; aber wir leugnen, daß von solchem Vorders.,tze die rücksichtslose religiöse Ueberzeugung zu solchem Nachsatze gelangen könne. C'bcn so begreifen wir. wie Herr Oberkachenrath Stahl, der die Angsburgische Consession, und zwar wie ks scheint, in ihrer ersten strengsten Fassung, für eine ewige unantaftbare Wahrheit erklärt und die Lehre des großen Reformators fast als Offenbarung buchstäblich festzuhalten, für eine Pflial hält, die auch der protestantische Staat, wenigstens dem Wesm Teufel erfunden hat (,zn^m Oiulxiws mvt'iut). Drittens: die Sme kr Juden ist der Kirche nühlich, denn ihre Bücher sind Prophezeiungen msm.- heilige» Schriften, ihre (5?renwiilt»i Symbole unserer Mvuerie» uud beweisen dadurch den Heidt'», daß wir jene Prc>vhk;eiunlZ.tt nicht eMchm haden, da sie von llnserc» Feinden aufbetrahrt werden. Mertens: suchen tis Zudeu in der Regel nicht, Christen zum Abfall zu bewegen.!r^i aber thun daö die Ketzer/' (l>t? I^siei^, eonlrttvt'rsii.i, (?l>r. üclvi -»«jv^u^ uu^us t^mx.»rrs Imeretieos. InZolst. 16M. Der Eardinal bezieht sich Ks (?c'ne. I^k-wi»: ZV. öS, 56. .^uZust ii» 56 u. ö7. Rt-ritaiü rit Lsp. 3Ä2siZ ^xirt-üSt'S <-tc!). Daß Luther vo» dem eutgeqeua.eseytett Standvnukte aus demselben Resultate konuut, dafür haben wir schon oben eine Belegstelle W!.' geiheilt. (Luthes Werke Td. 22 S. 22W!'2S97 W- A.j Mehr darüber kä!r unser Aufsatz über ren christlichen Staat i(5onstitulit.'ueUe Zahrbi-chi: 1843 (Stuttgart bei Krabbe B. I. S. 321—3 l2).

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