Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1857)
- Date
- 1857-07-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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220 Wagner, Stahl, die Juden Wehrstandes." von denen jede mehr Vorrechte als Rechte, mchx Anziehungspunkte für ihre Kaste als für das gemeinschaftliche Vaterland hat- Sie gehn, gleichviel ob mir vollem Vcwußtse-y oder instinktartig darauf aus, die Stände, die Cvnfessivnen. cie Provinzen, ja selbst die hohen und niederen Amts- und Gericht behvrden^) von einander zu entfernen und alle Sympathien ^ez: dem Mittelpunkte weg, in die Radien zu verpflanzen. Es ist also begreiflich und gewissermaßen berechtigt, daß sie auch in religiösen Fragen den mittelalterlichen Ideen hnldigt. So erklärt si-b M. kommen, daß ihr geistreichster und befähigtester Vertreter. Her? Oberkirckenrath Stahl (Rede über die Toleranz vom 29. Mz; 1855) von der einen Leite mit Bruno Bauer darin ttbercinstimkil' daß „das Chriftcnthum als die Religion der Intoleranz in die Welt getreten, deren Keim die Exklusivität sei" und von der cm deren Seite, von seinen: christlichen Standpunkte aus, behauptet, was der Kabbalist Rabbi Iitzchak Lorie von seinem mystisch, jüdischen: „Für die Kirche ist Alles fundamental, was zu dem ganzen unteilbaren, von Gott geossenbarten Glauben gehört und ^narllemk sit, wer nur ein Titelchen davon mit Bewußtsein ausgibt." Auch Herrn Wagencr könnte man, von seinem (freilich wohl nur von wenigen, selbst seiner sonstigen Gesinnungsgenosse geseilten) festen Glauben aus, daß „für Christen und Juden die Zukunft des Messias, für jene die zweite, für diese die erste, die einzige hcllteuchtende Hoffnung in den Finsternissen und Irrgängen der Gegenwart geblieben," die für viele nicht bloß israelitiscke Bürger so ehrenrührige Lösung, die er vorschlägt und die Ver. dummungsinstitntionen, die er damit verbunden wünscht, keineswegs anrechnen, ja man müßte zugeben, daß sie von seinem Stand» punkte aus, sogar, wenn aufrichtig, mild und rücksichtsvoll au-« gefallen sei. Auch die extremsten Parteiansichten verdienen mehr als Schonung, verdienen Achtung, wenn sie aus ehrlicher lieberzeugung hevvrgehen und in sich zusammenhängen. Ueber das (5rßr kann, wie wir mit voller Aufrichtigkeit zugeben, nur Gort richm. und fern fei es von uns, das häßliche Gebiet der Verdächtigung^ betreten. Aber das Zweite, die durchgeführte, von keiner äußeren Rücksicht bestimmte. Folgerichtigkeit, welche im Mittelalter di.» Männer der Orthodorie in jedem Bekenntnisse bezeichnete, dis Bei den Verhandlungen über das Ehegesel) verlangte Herr von Gerluch, daß die IuriSticti>.Nt über Ehescheidungsklagen ausschließliche. Obergerichte» ercheilt werde, und gab — auf ein Beispiel aejiützt — den Richtern in den unteren Gericktebchörden ein ausdrückliches Mißtrauensvows! Der Abgeordnete Wenzel führte hierauf—auch ein einzelnes Beispiel der Mille einer Oberbehörte an, indem er sein sehr gerechtftrtiqtes Bttavm aussprach, daß Fragen über Grundsätze iu solche Gebiete gezogen lrvr!^