Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1857)
- Date
- 1857-07-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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und die protestantischen Dissidenten. 219 garten, werden für die Entwicklung der bürgerlichen Freiheit im christlichen irdischen Staate ,.sebr un empfängt ick sein, und wie es sich zu allen Zeiten ^erwiesen bat, daß gute Himmelsbürger selten gute Erdenbürger ywarkn. so ist auch die unausbleibliche Wirkung jener religiösen ,MM'l6kral'.khm eine trostlose, politische Lethargie." (StaatSlericon Art-kel CbiliaömuS.) Von unserem Standpunkte aus, stimmen wir nun freilich dieser Ansicht eben so wenig, alö der Wagennscl'en bei. Wir meinen, die Geschichte im Großen, wie die Erfahrung im Kleinen lehre sattsam, daß des Menschen Handlungen, als Staatsbürger wie als Individuum, selten durch das Nebenbild unklarer Hoffnungen oder Träume bestimmt werden, und wenn die keusche Luerttia unkeuschen Göttern dienen konnte, so ken n wohl auch ein Chiliast, wenn er auch mit dem Adepten Bengel noch in diesem Jahrhundert, also viel früher als der orthodoreste Jude, den Messias auf Erden erwartet, für feines sbkndZändisÄen Baterlands Gegenwart und Zukunft und für dessen Wohlfahrt und Freiheit thätig sein. Auch kann man sehr wohl zugleich ein guter Himmels- und ein guter Erdenbürger sein, wenn man nur beides aufrichtig ist, und in beiden Beziehungen das rein Menschliche im Geiste und im Herzen pflegt, statt es seinen Interessen oder seinem Fanatismus zu opfern. Auf alle Falle kann man Herrn Wagener und seiner Partei in keiner Weise politische Lethargie vorwerfen. Sie sind im Gegentheil auö - nehmend rührig und geschäftig, wenn auch nicht für die Entwicklung, so doch für ren Rückgang der bürgerlichen und politischen Freiheit im christlichen Staate*), und wenn sie den Bürger, den sie bemüht sind zu des Edelmanns Juden zu machen, dadurch entschädigen, daß sie ihn zu des Juden Edelmann erheben Zellen, so ist das ganz folgerichtig. Ihnen ist, in mittelalterlicher Anschauungsweise, der Staat nicht ein großes Ganze, daö alle seine Bürger umsaßt, und durch weise Gesetzgebung zu einem organischen Gesammtwesen vereinigt, sondern ein Aggregat kastenamg verbundener Genossenschaften: des hohen und niederen Adels, der Gewerke, Gewerbe und Handelschaft, deö „Lehr-, Nähr und ») Um in jeder Beziehung gerecht;u sein, soll nicht verschwiegen werden. d-V on den Verhandlungen über die Presse am eben geschlosseneu Landtage Herr Wagruer sich ans ehrenwerthe Weise betheiligte, unv eS wäre nur iil wuiischen, daß er seines Wortes: „wer heute Hammer ist. kann morgen Awkos fem-, anch bei der Religioiisfrage eingedenk sein möchte. Hcut zu 4«gt. wo in den iimcren Tiefen misercS Europa so wenig auf Granit, so sul auf Saud ruht, ist in der That gegenseitige Gerechtigkeit und gegen- MlM Nachsicht von der politischen Klugheit nicht minder als von der Ver- ««nft mW Humanität geboten.