Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1857)
- Date
- 1857-07-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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und die protestantischen Dissidenten. 217 Antbeil an der zukünftigen Welt", der sonst wohl auch den mcht jüdischen Frommen zu Gute kam, von unserem Herrgott mit der-- selben Leichtigkeit casstrt worden, mit welcher die Kreuzzeitungsxmei die preußische Verfassung von 1350 durchlöchert, so daß con da an der Himmel für jeden geschlossen wäre, der „sich nicht durck die Veschneidung völlig in Israel incorporiren läßt" — Herr Wagener wird uns hoffentlich erlauben, ihm aus den von ibm nicht gekannten Quellen zu erweisen, daß sowohl den Mesflasglauben als die Heidenseligkeit *) anders aussasst, als diese. Was jenen betrifft, so spricht sich im Thalmud selbst Slm!,L- «li-io f. 99 a) Rabbi Hille! dahin aus: ..es werde kein »persönlicher) Messias für Israel kommen. Man habe ihn zu Hiskiahus Zeiten aufgezehrt (wörtlich: gegessen)". Der Thalmud verwirft diese Meinung zwar, aber weit entfernt sie zu verketzern, gibt er dem Manne, der sie aufstellt, den Ehrentitel: Rabbi. Auch läßt, eben in Beziehung hierauf, ein in der Synagoge hochgeachteter Lehrer: Rabbi Joseph AlSo (Jkarkm) den Maimonides hart darüber an, daß er den Glauben an den MesstaS zu" den Grundlehren des Iudeuthums rechue, wahrend hierzu nur: das Dasein Gottes, Vergeltung und Offenbarung („Thora vom Himmel") gehörten. Der Pentateuch enthält nichts von einem persönlichen Messias. Erst als das Königthum, gegen die von *) Der Misch gelehrte Freund des Herrn Wagener hat ihn;um Beltg« der absurden Behauptung, daß seit der Vertreibung der Juden aue- PklMia, fromme Nichtjuden ..eniftiigl« wären, auf MaimonideS (H. Isvrs t4> verwiesen, wo eö heißt: seit das Jubeljahr nicht mehr bestehe, «thMe die Synagoge keine -Proselhten des ThvrS" (o. i. solche, welche sich vom Götzendienste abwenden, und;u den Gesetzen der Sittlichkeit, den sogenimmen Noachidischen Geboten bekennen) mehr cm und beschränke sich auf ftlche. welche tro^ aller Abmahnung das ganze, auch rituelle Judenthum aimehmen. Da nun (scheint derselbe geschlossen;u haben) die Proselyten kci Thor?, nach der thalmudische» Lehre, zu den „Frommen» gehöre», welche rhrie Juden;u sei», doch selig werden, so ist es seitdem mit der nichtjndischen Seligkett aus. Jenes hat jedoch, wie Rabbi Abraham ben David zu obiger Stelle bemerkt, seinen Grund darin, daß den Juden seitdem die Mittel schien, nach Vorschrift die Prvselyteu des Thors zu ernälnen. In seinem Cvmmentar znr Mischua Sünkeäriu <X XIV.) wo n. A. auch Bileam tie Seligkeit abgesprochen wird, erläutert MciimonioeS: «.Hier ist Bileam, obgleich Nichtjube genannt, weil die Frommen aNer Völker (also nicht blos die Proselytcn des Thors) AntKeil an der künftigen Welt haben.« An einer sichern Stelle (Alaie Reb. III. ^9. «?f. ^alm. 'I'. AI?ßil^d 13 z, vunIZW 5 » L x»5siw) sagt er: Wer dem Götzendienste entsagt, der ist zu betrachten, als bekenne er sich zu der ganzen Thvra. Man sieht die chaZmlldische Schule ist, wenn man ihr auch übergroße Toleranz nicht Nachrühmen kau», doch duldsamer als Herr Oberkirchenrath Stahl, der geradezu lehrt: im Reiche GotteS bestehe die ewige Verdammiuß snr Alle, welche mchl (an das Dogma) glauben.