Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1857)
- Date
- 1857-07-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Weener, Stahl, die I«dkn Zeit der Reformation wurde er besonders von den Wiedertäufern und ähnlichen „Schwarmgeistern" in staatSgefahrlicher Weise be, kannt. Bengel's Chiliasmus wurde, von den Zeitgenossen, wegen der Achtung, die sich der wohlwollende Mann erworben hatte, zwar geduldet, aber belächelt. In unserer Zeit wurde der kathv. tische Pfarrer Lutz deßhalb als Zrrlehrer, Irving selbst, im pro, testarmschen Lande Z832 seines Amtes als Prediger entsetzt, und 1833 aus der schottischen Generalsynode ausgestoßen. Wir möchten daher glauben, es sei keine geringe Anmaßung, auf Grund einer Lehre, welche der ..christliche Staat" verwirft. Mitbürger ihrer Ehre und feierlich verbürgten Rechte berauben zu wollen; eö sei keine geringe Anmaßung, selber heterodor. die Orthodorit in Christenthum und Judenthum so scharf zu betonen. Aber wie die zweite Erscheinung des Messias eine Lehre iß. welche das Christenthum seit vielen Jahrhunderten verwirft, so ist der Glaube an die Erscheinung eines noch zu erwartenden Messias, welcher die Juden wieder nach Palästina führen würde, ein solcher, der auch im orthodoren Judenthum theils Widerspruch findettheilS an Bedingungen geknüpft wird, die ihn in daS Reich der Traume verweisen. Es ist diesem Glauben bei den Zuden nicht anders ergangen, als jenem bei den Christen, und auf beide Beziehungen findet Gießeler's treffendes Won (a. a. O. 238) Anwendung: mit den Verfolgungen und dem Martvrenhum schwand der Reiz dieser sinnlichen Erwartungen. Herr Wagener, der trotz „der Mitwirkung eines sachverständigen Freundes" das Iudenthum, ja die Propheten des alten Bundes so wenig kennt oder kennen will, daß er (S. LI) die ernste Warnung deZ Propheten Hesckiet gegen Menschenopfer und Götzendienst in eine Warnung gegen „die Götzen des Menschenthums" (.!!) verkehrt, und wo der Prophet lnacL Luchers Ueberfetzung) sagt (XX, ZI, 32) „Und (Ihr) verunreinigt Euch an Euren Dützen, welchen Ihr Eure Gaben opfert-- lind Cure Söhne und Töchter durch'S Feuer verbrennt bis auf den heutigen Tag--dazu daß Ihr gedenket. wir wollen thun wie die Heiden, und wie andere Leute in Ländern, Holz und Stein anbeten, das soll Euch fehlen/ sowohl den Vordersatz als auch den (oben hervorgehobenen) Zwi' schensatz ohne weitere Umstände wegläßt, auch andere Worte hinzufügt, und den Propheten ganz allgemein sagen laßt: daß Ihr gedenket wir wollen thun und werden (?) wie die Völker und wie die Leute in den Landern — — das soll Euch fehlen", Herr Wagener, der dem alten Judenthum den Satz yctroyirt, daß seit der Vertreibung der Juden aus Palästina