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Der israelitische Volkslehrer · 1857-07-01 · Heft 7 (Juli 1857) · page 7

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 7 (Juli 1857)
Date
1857-07-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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und die vroksiantischen Dissidenten. 215 l'aupt m dieser Schrift Wahres und Falsches, Humanes und lebloses, tiefsinnige und unsinnige Behauptungen in ganz eigentümlicher Weise verbunden sind) S. 14 bemerkt: »das mosaische -Metz sei (von den Thalmudisten, doch, wie wir berichtigend hinzufügen, nicht von allen) zur Berichtigung von Zuständen herbeiqe^geii worden, für die eö gar nicht berechnet war, zur Sanctiomrnng von Vorschriften, an die eS nicht gedacht hat," und daß eö sich in der vorliegenden Frage swenn es denn eine Frage sein soll) gar nicht einmal vom Thalmudismus, sondern von dem Unsinn viel späterer Zeiten handelt. Sem. des Protestanten Princip ist eben: lieber Unsinn als die geringste Reform!*) Aber wenn er, der hierbei, wie er selbst eingesteht, auf den Schultern eines Anderen steht, sich ein Urtheil über orthodores und nicht erthovores Iudenthum zuspricht, so wird er unö das Recht nicht streitig machen können, aus eigner Forschung, seinen Anspruch aus das „orthodore Christentum" in Frage zu stellen, von welchem ans er den Juden das „Galuth" octroyirt, welches dem christlichen Staate nicht minder als ihnen selbst verbiete, sie im Abendlande als Vollbürger besteh» zu lassen. Seine ganze Theorie steht und fällt mit dem Glanben der alten Chiliasten und neuen Zrvingianer an das tausendjährige Reich, in welchem die Juden, und zwar von Palästina aus, zu einer großen Rolle berufen sein sollen. Leider aber ist dieser Glaube, der allerdings in den ersten Jahrhunderten ein weit verbreiteter und namentlich den sogenanntes Judenchristen: den Ebioniten und anderen eigen war, schon im dritten Jahrhundert fast erloschen nnd seit dem vierten Jahrhundert ein häretischer. Den Katholiken ist er Ketzeret, im Protestantismus ist er verpönt. Eusebius (III, 28) nnd Thedoretns leiten ihn, wie in Giesseler's Lehrbuch der Airchengeschichte (VI, 234) nachzulesen, von dem Ketzer Cerinthus ab. Der heilige Augustin, dem Luther in so vielen Punkten beipflichtet, verwirst ibn ganz (De elvitato De! XX, 7), Hieronymus (?rosm. w Uder XVIII in .les.) nicht minder. Ortgenes nennt die Chiliaften Sklaven des Buchstabens, welche die Schrift und zwar aus Neigung;u sinnlichen Genüssen, als „jüdische Buchstabier" erklärten, nnd Gicscler (a. a. O. VI, 236) stimmt ihm bei. In der *) Und doch war rS Herr Wagener, der bei den Debatten über das Mgesetz sich ertaubte, den Katholiken zuzurufen: Der preuß. Staat hat die (kM.) Kirche nicht aufgenommen, wie sie ist, sondern wie er sie ertragen kann! Bezeichnender hat sich ver Nebermuth einer „herrschenden" Kirche kaum je ausgesprochen, und wenn die Münchner histor. Pol. Blätter M57. Heft ,o, S. «yg) das mit Unwillen anführen, so kann es ihnen Niemand verargen.

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