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Der israelitische Volkslehrer · 1857-07-01 · Heft 7 (Juli 1857) · page 6

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 7 (Juli 1857)
Date
1857-07-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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214 Wagener. Stahl, die Juden setzt. Hat ihm der schriftstellerische Einfluß, den er nachher gx« wann, nicht ganz andere politische Bedeutung gegeben, als seine Aktuarftelle? Baron Lionel von Rothschild ist jetzt von der tzux von London zum Parlamentögliede gewählt worden. Gibt ihm ftin großes Vermögen nicht weit mehr Stimme in den allgemein?» und besonderen politischen Angelegenheiten als das einzelne Votum, das er, wenn zugelassen, durch diese Wahl erhält? Kein Jude, sagt Ihr, soll ein obrigkeitliches Recht im Staate haben, oder sich in dessen Verwaltung einmischen. Das Recht des Gläubigers über den Schuldner ist ein mehr als obrigkeitliches, der Einfluß des Schriftstellers aus die Staatsverwaltung, trotz aller immer mehr oder weniger leicht zu umgehenden Gesetze gegen die Presse, <in ganz anders wirksanier als der des Beamten eineö Collegiums. Und nun geht Euere ganze, an dem guten Sinne des Volkes längst bankerott gewordene Weisheit darauf hinaus: Männer von Talent und Vermögen, wenn sie als Juden geboren, und nicht daß Christenthum bekennen oder heucheln, so lange an ihrer Ehre und ihren edelsten moralischen Interessen zu kränken, bis Ihr sie, oft widerwillig genug, in eine Opposition getrieben habt, die Ihr dann, acht pharisäisch, wieder ausbeutet, um zu sagen: Seht, hatten wir nicht Recht? Geht, preßt sie lieber, nach der mittelalterlichen Theorie, schwammartig aus an Vermögen um Talent oder jagt sie ans dem Lande! Euer Princip wird dadurch nicht schlechter und Eure Consequenz größer. Wenn das der Partei gilt, welche Herr Wagener vertritt» so haben wir mit ihm selbst noch eine eigne Frage zu erörtern. Er selbst weiß, wie er hinzufügt, „durch die Bcihülfe eineö sachverständigen Freundes" (etwa, wie Hr. I)r. Ritter vermuthet, des gelehrten neuen Paulus) so genau, was wahres Judenthum ist. daß er sich zum Ritter des kleinen Häufleins der Berliner ultraorthodoren Juden macht, welche Herrn Or. Sachs daselbst, dem die Altgläubigen in Frankfurt am Main vor Herrn Rabbiner Samson Hirsch die „S«lsorge" über sich anvertrauen trollten, sowie den Vorstand der israelitischen Gemeinde in Verlin, der Negierung als Seelenverdcricr denunciren, weil sie in der Synagoge zwei als Gebete dargestellt Stücke nicht recitiren lassen. Weiß Hr. Wagener, waS diese Stücke enthatten? Das eine, (das Lame Naälikm) ist eine thalmuviscke Abhandlung über die Stoffe, an welchen das Sabbathlicht angezündet oder nicht angezündet werden darf) das andere (das ^ekvW I>urkan) ein Segensspruch in chaldäischer Sprache, zunächst für die seit vielen Jahrhunderten nicht mehr eristirende thalmuvisckt Oberbehörde in— Babylon. Ihn störte, wie eö scheint, hierbei gar nicht, daß er selbst mit großer Wahrheit (wie denn über-

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