Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1857)
- Date
- 1857-06-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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Rundschau. 207 3) Kaiserslautern. S6 Orte. 3330 S.; 4) Pirmasens, A4 Orte, ZZ76 T.; Zusammen 243 Orte. 1S182 Seelen. — Da in dem ganzen Kömqrciche Baven, nur 60000 Israeliten wohnen sollen, so finden wir mehr als den vierten Theil derselben in der Pfalz. Aus Oesterreich. Im Mai. (Corresp.) - Selten habe« die Juden so genau de» oificiellen Theil nnserer politischen Journale studiert, wie eben jetzt. »Kit jedem Tage erwartet man die Lösung der Judenfrage, doch bis jetzt vergebens. So viel scheint gewiß zu sein, daß auf Befehl des Kaisers die Iuw-srage wiederholenllich in Berathung kam. Die zum zweite» Male eingilauftnen Gutachten von Seite» der Statthaltereien des Reiches lauten günstiger als die ersten. Aus den Minisjerial-Berathungen ging die Frage, trenn auch nicht ganz US i^ U2 ^2 (ungerupft und geMft). doch ziemlich günstig hervor^ iin A»'ich-?rathe fließ sie auf eine sehr heftige Opposition, die alttrdmas von einer Minorität ausging. Dieses ist kurzgefaßt die Geschichte der ileuesn-n Phase. Die Zeitungen, officiöft und nicht ofsict'öse, dereiien nun seit Monaten vor, daß die Judenfrage gelöst werde. Nun wartln wir „arme Iudenschaft" von Tag zu Tag. Doch bis jetzt ist alles stille. H^t man vielleicht wieder bloß „brauchbares Material" gesammelt? Dabei tumn Sie aber nicht außer Acht lassen, daß die Begünstigungen, die der .>ute dadurch etwa erlang?» soll, nicht bloß dem Juden zugute kommen irerdeu, sondern in viel höherem Grade dem Staate. Wir Juden ^-ich scheu? mich nicht dieses auszusprechen — befinden uns am besten beim Geschäfte, und das ist uns unbenommen. Es handelt sich also nicht um materielle ViZttheile, die wir zu ctlangen hoffen. Und doch läßt der Staat den Preis von Grund und Loden von Tag zu Tag sinken und den Nationalmchtl'um mindern, weil die nothwendige Concnrrenz mangelt; und doch fehlt es an Beamten um die Staatsmaschinen zu leiten! Und das alles, um das Privilegium der Christen nicht zn schmälern! Inzwischen fröhnen die kleinen Tyrannen ihren Launen und der Herr Bürgermeister von Sa atz in Böhmen vertieft sich in historische Forschungen und weist auf ein vergilbtes Privilegium hin, daß in Saatz den Jude» Nr Aufenthalt verboten sei! Doch können wir dabei ein T-^jH^ i>»uch dies zum Guten«) sagen. Die Negierung mußte eingreifen, und erklärte dt» Frlaß des wohlweisen Herrn Bürgermeisters als null und nichtig. Es ist dadurch nicht nur eine locale sondern eine allgemeine Frage gelöst. Bekanntlich gibt es in Ungarn (Bergstädte), Böhmen und Mähren mehrere Städte, die sich eines ahnlichen Privilegiums rühmen. Es bliebe nun die Fraze, nachdem diese Privilegien keine Geltung haben, mit welchem Rechte will man den Juden den bleibenden Aufenthalt in Steiermark, Throl?c. verbieten? Wenn ich nun auf die inneren Verhältnisse übergehe, so fesselt vor allem die Residenz Wien meine Aufmerksamkeit. Eigenthümlich ist es? wäh-