Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1857)
- Date
- 1857-06-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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206 Rundschau. schwierigen nno heiligem Beruft einzuflößen, geschweige denn israelitisch- Jünglinge aufregen, diesem in allen Beziehungen traurigsten Stande im i^roßherzogihum Hessen sich widmen, so ist Das, was wir in der T.mustädter Zeitnng v. tt. Juni wahrgenommen haben, am wemgstea qeei^net. solches zu bewirken. In erwähnter Zeitung hat nämlich das Großh. Hess. Kreiöanu Die. bürg in fortlaufenden Nummern vierzehn Konkurrenzen für israelitische Re!igions!ehrer eröffnet, unter welchen das Maximum der Besoldung incl, der Nebengtfalie 160—190 fl. und das Minimum derselben — man lest und staune — 25 fl. sage mit Worten Zwanzig und fünf GuU den baares Geld, angeätzt war! So wenig eS uns anch bei dieser den iZ. raelitischen Lehremand herabwürdigenden Besoldungs^Offerte umS Lachen jzx thun war, konnten wir uns doch eines solchen — wenn auch nur in Folm eimö wehmüthigen Lächelns —nicht erwehren, da bei einer solchen Beso!- dungs-Offerte der Lehrer noch eine Stme niedriger, als Knecht und Mazd, die dech wenigstens noch Schuh und Hemd am Schlüsse des Jahres er? halten, gestellt ist. Wir legten dieses Blatt auö der Hand und stellten uns folgende Fragen: »In welchem Zustande, in geistiger und pekuniärer Beziehung, muß die Gemeinde sich befinden, deren Vorstand nicht vor sich selbst erröthet, in unse, rer Zeit" durch ein öffentliches Organ, vermittelst einer solchen elenden Besoidungs-Osserte, den ganzen isr. Lehrerstand und seine Gemeinde selbst zu blanuren! und welches Geistes Kinv muß derjenige s. g. Lehrer sein, der bei solchen Änerbietnngen die zwei kostbarsten Güter des Lebens, Zeit und Gesundheit znm Opfer bringt?! Sind Coucurrenz-Eröffnungen dieser An nicht weil eher geeignet, den in treuer Pflichterfüllung begriffenen Lehrer zum Niederlegen seines schwierigen Amtes zu bewegen, als angehendisraelitische Jünglinge zu einem, durch solche Offerten oillew herabgewürdigten Berufe anzueiftrn? B—S. ^Statistische Mitteilung aus der bayrischen Pfalz. — Nach der neuesten Zählung wohnen in der nur 1l2 Quadrat-Meilen großen bay'rischen Pfalz lÄ!82 Israeliten und verhalten sich diese zur Gesammtbevo!- kerung so, daß auf je W0 Seelen 3 Israeliten kommen. — Da in diesem LandeSlheile die Freizügigkeit dem Israeliten gleich allen übrigen Einwohnern gestattet ist, so haben sich dieselben in der Pfalz so verbreitet, daß unter den Sl Kantonen nur ein Einiger — der Kanton Hornbach — ist, worin keine Israeliten wohnhast sind. Mag dieses immerhin in geschäftlicher Beziehung als ein großer Gewinn;u betrachten sein, in Hinsicht des CultuZ und des Schulwesens hat dieses Zerstreuelsein seine merklichen Nacbtheste. Man zahlt gegenwärtig nicht weniger als 8S Orte in der Pfalz, wo nur F oder gar noch weniger als 3 Mische Familien wohnen. Die gefammtc jüdische Bevölkerung ist in folgender Weise vertheilet: NabbinatSbliük Dürkheim, 77 Orte, Seelen; 2) Landau, 46 Orte, 4476 S.,;