Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1857)
- Date
- 1857-06-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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200 Recensionen. Lesebuch der Fall und darum ganz besonders, abgesehen vos seinen andern Vorzügen, verdiente es, für jüdische Schule»! bearbeitet zu werden. Hr. Hecht hat diese Aufgabe unternommen und dadurch nicht allein keinen Mißgriff gethan, sondern eine gute Wahl getroffen. Doch hören wir Hrn. K. weiter. Er billigt den methodischen Gang des Buches, vom Nähern zum Entfernter» fortzuschreiten, mißbilligt aber, daß Hr. Hecht als geborner Vaicr. der in Oldenburg als Lehrer angestellt ist, in so hohem Maße Preußen berücksichtigt, ja er findet darin sogar eine Ungerechtigkeit gegen andere Staaten und das Iudenthum. Dieser Tadel, den wir etwas näher in's Auge fassen wollen, trifft nicht Hrn. Hechi, sondern mich; ich habe, wie es in der Vorrede angegeben ist, die Redaction und Ordnung des Manuftripts besorgt, und im Interesse des Buches sowohl, als auch des Verfassers und Verlegers, Preußen an die Spitze gestellt. Mit einem von den deutschen „Vaterländern" mußte doch begonnen werden, das giebt Hr. K. als Pädagoge und Didaktiker zu, nur nicht mit Preußen, weil Hr. Hecht ein Vaier und Lehrer in Oldenburg ist. Nach dieser Logik hatte also Vaiern oder Oldenburg voranstehen müssen. Wir wollen es an dieser Stelle nicht untersuchen, ob Baiern wohl der erste Platz gebührt, wir fragen nur Hrn. K, ob in dem Falle die preußischen Lehrer nicht mit eben so großem Rechte, von Ungerechtigkeit gegen andere Staaten sprechen könnten, wenn ein von einem Preußen ursprünglich edirtes Lesebuch, in einer bloö neuen Bearbeitung bei einem preußischen Verleger erschienen, ganz besonders Baiern berücksichtigte? — UebrigenZ wird der Verleger, das können wir versichern, keinen Augenblick anstehen, die beiden ersten Vogen entsprechend umarbeiten zu lassen, wenn die Einführung d. Buches in den Schulen eines ganzen Landes sicher zu erwarten steht. So lange das nicht der Fall ist, darf wohl dem Lehrer, der die vielen Vorzüge des BucieS zu würdigen versteht und eS einführen will, zugemuthet werden, die Geographie seines speziellen Vaterlandes nach Art und Weise derjenigen Preußens vorzunehmen. Jeder Unbefangene wird hiernach leicht zu dem Schlüsse gelangen, wie schwer der Tadel deS Hrn. K. in der Wagschale des Rechts und der Billigkeit wiegt. Aber auch gegen das Zudcnthum soll die Gerechtigkeit außer W gelassen sein, und will Hr. K. diese Sünde in der Darstellung der Befreiungskriege finden. Er meint, es sei doch von einem Juden nicht recht, im Hinblick auf die Verdienste Napoleons um seine Glaubensgenossen, die Kriege des Jahres 1813 so darzustellen, als es in d. Buche geschehen. Ich schätze ebenso sehr als