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Der israelitische Volkslehrer · 1857-06-01 · Heft 6 (Juni 1857) · page 20

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 6 (Juni 1857)
Date
1857-06-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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IRI
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188 Weder zur Rechte» noch zur Link«», über uns' das ewige, unvertilgbare Postulat eines gesetzgebenden Gottes i so ward für uns eben dies; kategorische Sittengebot in uns zum Postulate, ja. zum Ariome der absoluten Freiheit GotteS. Gleich dem Menschen, der sich als Ursache seine? Thac weiß, und sich demgemäß vor dem innen: Nichter verhält: also weiß sick Gotc als die Ursache seiner That, der Welt, und gtbt sich, als Schöpfer, in der ganzen Vollmacht seiner Freiheit, da er auch den Stoff seinem Willen gemäß gemacht, in der Lffenbarungslehre zu erkennen. Das aber ist der Schritt, den wir über Kant's Kritik hinaus tlnul, daß wir in der mosaischen Schöpfungslehre nicht allem den Ausdruck finden, der das Verhälmifi Gottes zur Welt am genauesten ausspricht; sondern anch den Urgrund aller Freiheit und Sittlichkeit. Nickt nur ein physikalisches, es ist ein ethisches Ariom in dem Dogma, das im ersten Vibelyers „Gott hat die Welt geschaffen" ausgesprochen ward. Hier ist der gemein schaftliche Standpunkt, den Kant und seine Nachfolger solange vergebens suchten, gegeben, da in diesem Scköpfungvdogma beide Weltordnungen, die sinnliche und die übersinnliche, die physische und die moralische zusammen falle». Wenn wir daher den geoffenbarten Lehrsatz, gegen unser eigenes Vernunstariom, als das wirkliche Wahre annehmen, und die Ewigkeit der Materie verwerfen; wenn wir dieses Dogma als die einzige Basis, als das einzige charakteristische Dogma der Offenbarung, auffassen und nun ausrufen: extra evklesiam nulla salus! oder außerhalb desselben eristirt keine Sittlichkeit, und also kein Heil, keine Seligkeit: so ist dieß keine blindgläubige Annahme trgeud eines beliebten Kirchendogmas; sondern ein Ergebniß klarster Ueberzeugung nack der festesten Begründung und Darlegung unserer Gründe. Wir haben in der Glaubenslehre den ersten Versuch gemacht, ihr. wie den eracten Wissenschaften, ein durch Induktion erworbenes und festgestelltes, Object zu erwerben, und damit die Theologie zur Wurde einer eracten Wissenschast, aus einer bloßen Gefühlssphäre, empor zu heben. Auf unserem prägnanten Schöpfungsdogma, in seinem Widerspruche gegen die Hypothese einer ewigen Materie und des Gesetzcs der ewigen Notwendigkeit, das aus ihr fließt, ist unser Glaube wohl begründet, und ruht auf dem ewigen Felsen der menschlichen Vernunft-Erkenntniß von allen wirklich wesenhasten Dingen, die an und für sich, außerhalb unseres Denkens, realen Bestand haben. Beide Weltanschauungen, einerseits die rationalistisch-demonstrative; andererseits die geoffenbarte Mau-

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