Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1857)
- Date
- 1857-06-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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von Dr. Stkinheim. 137 Sache, um wie viel intensiver wird sie uns in der geistigen und sittlichen entgegentreten. Der Gott, den uns die reine Vermmfttbätigkeit schaff!, der Gott des Rationalismus, in niedriger oder höherer Function; der des s. g. gesunden Menschenverstandes, wie der, der sublimsten Speculation, kann nie gefaßt werden, als Schöpfer der Materie, weil viese Auffassung gegen die Lehre vom zureichenden Grunde sowohl, als auch gegen das unabweistiche Ariom: „aus Nichts wird Nichts" verstieße. Der rationalistische Gott in seiner reinsten Gestaltung, z. B. in Leib nitzenS Thcodicee, ist bedingt durch, und angewiesen an die, ihm gleich ewige. Materie. Seine Weit schafft er nicht, er bildet und baut sie nur aus einem Stoffe, der nur das möglichst Gute, kein absolut Gutes, zuläßt. Was er auS dem vorgefundenen Stoffe zu machen im Stande war, das hat er richtig daraus gemacht; nur habe er nicht Alles, nicht Alles so vollkommen, wie er es nach seiner absoluten Güte gewollt hätte, machen können. Die Materie war zu roh, zu spröde und träge. Das ist der hochrationalistische Gott, der nicht kann, was er will; der dnrch eine widerstrebende Materie in seinem Thun gehemmt wird. Dieser Gott des Rationalismus ist gleich dem Töpfer an seinen Thon gebunden; dieser bedingt des Gefäßes Gute, neben der Kraft des Künstlers; der rationalistische Gott ist unfrei in der Ausführung seineö Werkes. Wie aber, wenn wir aus unserem Freiheitsbewußtsein den analogen Schluß ziehen, mit dem, den Vlato für die Eristrnz einer Weltseele aus der, im Organismus gezogen hat? Wenn wir, wie er, ausriefen: »Woher kämen wir zu einer Seele, wenn nicht das All beseelt wäre?" woher kämen wir zur Freiheit, wenn nicht der Geist der Geister frei wäre? Dagegen würde man zwar einwenden können: die Freiheit, die wir in uns gewahren, diese können wir auch dem Weltschöpfer zugesteheni' denn die unsere hat ja ihre uah? Schranken im Stoffe, auf dem sie wirkt. Ja. mehr noch! dieses Freiheitsbewußtsein erweist sich dem näher Forschenden, als eine Selbsttäuschung, denn Alles muß seinen zureichenden Grund haben; mit einem bloßen Wollen hebt man keine Last von der Erde, Zu diesem Ertreme, zur Al'leugnnng allen Willens des Menschen, und zu seiner Auffassung als eines bloßen mechanischen Automaten, wird endlich der cvnsequente Nationalismus gedrängt. Allein darin liegt denn auch die resolute Negation des Simngrsetzes und zugleich des ganzen RechtS. der Basis der menschlichen°Gksellschaft. Wurde nun für Kant die Erhabenheit „des Sittengesetzes in uns" mehr als die „des Sternenhimmels 141-