Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1857)
- Date
- 1857-06-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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voll vr. Steinheim. ISS Was unsere apriorische c onstructiv-demonstrative Vernunft vom Wesen der Dinge in der finnlichen Natur aussagt, ist c ont r a cd ictor is ch gegen das, n?aS wir in d e r W i rkl ichke i t vo rfi n d e n, und als das Wahre und Wirkliche anzuerkennen gezwungen werden; das Gleiche aber muß in der übersinnlichen Natur gelten; unsere Construetion steht im Widerspruch mit dem Dinge der Wirklichkeit, und das Unterscheidungszeichen ist auch hier: die Gegensätzlichkeit im Vermmstproducte, und die Gegensatzlosigkeit NU wirklichen Wesen. Die Formel der Erkenntniß und Unterscheidung haben wir nunmehr auf den eigentlichen Gegenstand der Glaubenslehre, als Reagens ihrer Echtheit, anzuwenden. . Wir können unsere Argumentation nicht füglicher, als mit dem tiefsinnigen Ausspruche Lichtenbergs einleiten. Dieser lautet: „Wir wissen mit well mehr Deutlichkeit, daß unser Wille frei ist, als daß Alles, was geschieht, eine Ursache haben müsse. Könnte man daher nicht also einmal das Argument umkehren, und sagen: Unsere Begriffe von Ursache und Wirkung müssen sehr unrichtig sein, weil unser Wille nicht frei sein könnte, wenn sie richtig waren" (Gesammelte Schriften von Kies Bd. II. 33.) Uud dann in gleichem Ainne: Es „war ein großer Fehler der Wolf'schen Philosophie, daß sie den Satz des Widerspruches auf das Erkennbare ausdehnte, der doch eigentlich bloß das Denkbare angeht." Offenbar liegt das Mißverständnis im zweideutigen Sinne des Wortes „Ursache." Wir nehmen dieses Wort einmal in einem umfassenderen, — nnd sodann in einem engeren Sinne. Im ersten fassen wir es als das Erzeugende einer Wirkung überhaupt; im zweiten, als das Zulängliche, das Adäquate, des Erzeugenden in Bezug auf das Erzengte seausa sui'lieieijs). In erster Fassung gilt der Ausspruch durchweg; Jede Wirkung hat ihre Ursache; im zweiten jedoch mit bedeutender Einschränkung in der -physischen Neihefolge von Wirkungen aus ihreu Ursachen, z. V. der Stellung, Bewegung :c. der Himmelskörper in Bezug auf den Centralkörper; die Ursachen des Frierens, des Thailens, Negnens :c. in der Atmosphäre u. s. s. Der Begriff von Ursache und Wirkung hat mitbin nur Bedeutung in der gesetzmäßig waltenden Natur verDinge, in der fichtbaren Welt; nicht aber in der übersinnlichen. So wie wir von der, über die Sinnlichkeit hinausschreitenden (transcendentalen), geistigen Natur reden, hört das Zulängliche, Zureichende der Ursach- Vll. 14