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Der israelitische Volkslehrer · 1857-06-01 · Heft 6 (Juni 1857) · page 16

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 6 (Juni 1857)
Date
1857-06-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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184 Weder zur Rechten noch zur Linken, halten wir eine neue Begründung eines alten Charakters dt§ wirklich Wesenhaften, den. der Gegensatzlosigkeit, wie wir ihn bereits in der Denklehre des Aristoteles und in seinen übrigen Sckriflen vielfach wiederholt treffen. Er lalltet -»«rrivV dem Wescnden gegenüber findet sich'kein Gegensatz. Hismir aber wird das Wesende zugleich ein nicht Denkbare?, sondern nur Erkennbares. Jedes Denkbare ist der Antinomie unterworfen; jeder Satz hat seinen Gegensatz, und das ist das granitne, ewige Unterscheidungsmerkmal des u n abhä n g i g Eri stirende n von jedwedem entsprechenden Gedankenoinge. Jedes wahrhaft Wirkliche ist gegen satz frei. Dieses Grundariom und diese Norm für die Unterscheidung des Wesens vom Scheine haben wir bereits in der Schrift „die Offenbarung nach dem Sehrbegrlsse der Synagoge," ausführlichst erörtert, und an mehreren Lehren der Physik erprobt. Als sprechendes Beispiel erwiesen wir seine Stichhaltigkeit an den beiden, einander entgegengesetzten, Resultaten über die Höhe unserer Erdatmosphäre nach; da daS nach Laplace, auf mathematisch-apriorischem Wege gewonnene lehrt, daß sie grenzen: los sei, und, diesem gerade widersprechend, das, ans aposteriorischem Wege von «Ze I^ue gewonnene Resultat, daß sie in einer bestimmren. .nicht allznhohen Höhe, wie das Weltmeer, scharf abgeschnitten und begrenzt sei. Schroffer können sich doch wohl keine zwei Urtheile über eine und dieselbe Frage einander gegenüber stehen! Nun bedenken wir erstlich, daß das Unheil durch den mathematischen Calcul, das die Unendlichkeit der Atmosphäre aussagt, schon an einem innerlichen Zwiespalte leidet, dadurch nämlich, daß es ein Endliches zu einem Unendliche n um schafft; das Urtheil durch die Indnctien dagegen die Atmosphäre als ein gegebenes Endliches, als ein;u Bestimmendes von Luft, betrachtet, und dieses dem Experimente unterwirst, es durch die Barometerhöhe wägt und mißt. Zum zweiten geben wir zu bedenken, daß sich das naturwissenschaftliche Urtheil ohne Anstand auf die Seite der gegensa tz lose n Wirklichkeit geworfen, und das mathematische Resultat eines „allmählich schwindenden und nirgends aufhörenden, unendlichen Endlichen" entschieden verworfen hat. Wir glauben, oder vielmehr, wir wissen mit kategorischer, (nicht apodiktischer) Gewißheit, daß unsere Atmosphäre von.einer Oberstäche begrenzt ist. ohne diese je gesehen, noch sie zu sehen die Hoffnung zu haben. Wir fällten darauf unser Urtheil im Allgemeinen also:

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