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Der israelitische Volkslehrer · 1857-06-01 · Heft 6 (Juni 1857) · page 12

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 6 (Juni 1857)
Date
1857-06-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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180 U.'ber die Opfer wohlgefälligen Kultus und einen natürlichen Abscheu vor dem ih», verbüßten in uns zu erzeugen? Für diese drei und ähnliche Fragen gibt es aber nur eine gemeinschaftliche Antwort. Durch Wunder nämlich, welche insgesammr sie Naturgesetze aufheben, wird Gott zwar irgend ein Einzelwesen der Schöpfung verändern, nie aber wird er in der Namr des Menschen auf wunderbare Weise eine Veränderung hervorbringen. Zu Beziehung auf diesen wichtige?. Grundsatz heißt es: „Möchten sie doch ein solches Herz haben, mich zu furchten und alle meine Gebote zu halten, zu allen Zeiten" sDent. 26). Darum Lerkünvete er Gebote und Verbote. Belohnungen und Bestrafungen. Doch dieses haben wir schon an vielen Stellen dieses Werkes bewiesen. Ich will indessen hiermit keineswegs behauptet haben, das? Gott eine Veränderung in der menschlichen Natur nicht bewerkstelligen könne; wohl ist ihm dieses möglich und fällt in den Bereich seiner Macht, aber gemäß den Grundsätzen unseres Glaubens hat eS Gott nie gewollt und wird es nie wollen. Denn könnte Gott die Natur des Menschen so verändern wollen, daß dieser seinem Willen entspräche, so wäre sowohl die Zendung der Propheten als die Offenbarung des Gesetzes überftüsstg gewesen. Zu meinem Gegenstände zurückkehrend, bemerke ich noch Fo!» gendes. Da diese Art deS göttlichen Kultus, nämlich die Opfer nur einen mittelbaren Zweck haben, hingegen das Bitten, das Gebet und ähnliche religiöse Gebräuche, sich mehr dem Hauptzwecke nähern und zur Erlangung desselben unumgänglich noihwendiz sind, so machte Gott zwischen beiden Arten einen bedeutenden Unterschied. Die Opserdienste nämlich, wiewohl sie seinem heiligen Namen gewidmet sind, dürfen nicht auf die Weise von uns vollbracht werden, wie es ursprünglich geschah; ich meine, wir dürfen nicht an jedem Orte und zu jeder Zeit opfern, nicht den Tempel nach Gutdünken erbauen, nicht jeden opfern lassen, oder nach seinem Belieben zum heiligen Dienst einweihen. Alles dies ist miS verboten. Ein besonderer Tempel wurde bestimmt, wie es heißt, „an den Ort, welchen der Ewige erwählen wird," (Deut. 12, 26) außerhalb desselben war nicht zu opfern ertaubt: „Hüte dich! daß du nicht aufsteigen lassest deine Vrandopfer an jedem Orte, den du erstehest," (Deut. 12. 13) und nur eine bestimmte Familie war der Priesterschaft fähig. Alle diese Bestimmungen hatten den Zweck, diese Art des Gottesdienstes möglichst einzuschränken; es sollte von demselben nur so viel verbleiben, als die göttliche Weisheit nicht aufzuheben beschloß. Hingegen daZ Gebet und das Bitten ist an jedem andern Orte und jedem Menschen erlaubt, deßgleichen Zizit. Mesusa, Tesillin und andere dergleichen gotles-

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