Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1857)
- Date
- 1857-06-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Origiualilelle aus dem vÄlore.» 17S Opferdienste losreißen würden, die Opfergesetze, um zu seinem Hauptzweck zu gelangen, daß sie Gott erkennen und den Götzendienst ablegen. Denn nicht minder ist es der Natur des Mensch,,! entgegen, daß derjenige, welcher bei harter Dienstbarkeit in Lehm und Ziegeln aufgewachsen war, nachdem er seine Hände vom Schmutze gereinigt.' plötzlich gegen Anaks Niesengeschlecht in Kampf treten soll, als es seiner Natur widerstrebt, daß er sich von religiösen Zeremonien und Gebräuchen, die er von Jugend an vor sich sah. die ihm durch lange Gewohnheit lieb, und zur zweiten Natur geworden, plötzlich lossage und sie gänzlich einstelle. So wie es daher ein Werk der göttlichen Weisheit war, vaß er sie in der Wüste herumziehen ließ, damit sowohl sie selbst Tapferkeit erringen, — da bekanntlich das Herumwandern in Wüsten und die Entbehrung körperlicher Genüsse, als des Bades und ähnlicher Dinge, Tapferkeit und das Gegentheil Feigheit erzeugt, — als damit auch indessen Manner heranwachsen, die nicht an Niedrigkeit und Knechtschaft gewöhnt seien (Alles dieses geschah, aber auf ausdrücklichen Befehl Gottes, durch Moses g. Ä., wie es heißt: »Auf Befehl des Ewigen lagerten sie sich, und auf Befehl des Ewigen brachen sie auf; die Andeutung des Ewigen be.» obachteten sie aus Befehl des Ewigen durch Mose," Num. 9. 23); so offenbart sich auch an diesem Theil des Gesetzes die Weisheit Gottes, welcher die Gebräuche, an die sie gewohnt waren, beibehielt, damit sie, was er eigentlich bezweckte, den wahren Glauben erlernen. Was aber deine Frage betrifft: wer verhinderte Gott, uns seinen eigentlichen Zweck zugleich mit der Empfänglichkeit für denselben mitzutheilen? so ist mit derselben noch diese zweite Frage verbuuden: was hielt ihu ab, sie den Weg durch's Land der Philister zu führen, da er sie doch mit Kraft zum Kampf gegen diese ausrüsten konnte, wo er alsdann auch jener Umgebung mit einer Wolkensäule bei Tage, und einer Feuersäule bei Nacht nicht bedurft hätte? Za, eine dritte Frage erhebt sich über die Ursache der Belohnuugeu, welche er auf die Beobachtung der Verordnungen, und über die Bestrafungen, welche er auf deren Uebertretung fetzte. Insofern nämlich die Hauptabsicht Gottes und fein Wille dahin ging, daß wir an dieses Gesetz glauben, und nach dessen Lehren handeln, weßhalb flößte er uns nicht die Neigung ein. das Gesetz anzunehmen und stets zu befolgen, so daß er des Mittels nicht bedurft hätte, uns zu belohnen, wenn wir ihm gehorchen, und uns zu bestrafen, wenn wir ihm widerspenstig sind? Wozu also diese Belohnungen und-Bestrafungen, welche nichts Anders als Mittet Gottes sind, seinen Hauptzweck an uns zu erreichen? hinderte ihn denn Etwas, eine Vorliebe für den ihm