Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1857)
- Date
- 1857-06-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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178 Utber die Opfer ein Opfer darbringen wollen dem Ewigen" lLev. 1, 12;, daß wir uns vor ihm bücken und ihm räuchern; untersagt uns aber, solche Verehrungen einem andern;u erweisen: „Wer den lM, lern opfert, soll verbannt werden" (Erod, ^2. 19); ferner: „Du sollst nicbt anbeten vor einem andern Gotte" iVr. 34. 14). erkohr er Priester für den Dienst des Heillgihums, wie es heißt: „daß sie mir als Priester dienen" (Erod. 41); und mußten ihnen, weil sie sich der Verwaltung deS Tempels nnd seiner Opfer widmeten. Gaben bestimmt werden welche für ihren Lebensbedarf hinreichten und nnter dem Namen Gaben der Leviten und ver Priester bekannt sind. - Durck diese Vorkehrung, indem Gott die Genuilher niä?t abschreckte durch plötzliche Abschaffung alter, herkömmlicher, und Einführung neuer, unbekannter, religiöser Gebräuche erreichte er in seiner hohen Weisheit seine Absicht, daß unter unserer Nation das Andenken des Götzendienstes vertilgt, und jene große und erhabene Grundlehre, der Glaube an das Dasein und die Einheit Gottes befestigt wurde. Ich bin aber überzeugt, daß du, im ersten Moment, diese Meinung sehr auffallend finden und dich gewaltig dagegen sträuben, dieselbe als höchst parador erklären, und folgenden Einwurf wider mich crhe. beu wirst: ^wie können Gebote, Verbote und Handlungen, die mit solcher Wichtigkeit, Ausführlichkeit und Bestimmung der Zeil ihrer Vollziehung gegeben worden sind, ganz ohne selbststandigen Zweck und nur wegen etwas ganz Anderes vorhanden sein, nur eine Erfindung, welche Gott ausdachte um einen höheren Zweck zu erreichen? wer verhinderte ihn, uns diesen höheren Zweck zugleich mit der Empfänglichkeit für denselben mitzutheiten, so daß er das, was du für den untergeordneten Zweck hältst, nicht bedurft hätte?" Vernimm daher meine Antwort, welche dich von dieser deiner Seelenkrankheit heilen und dir die Richtigkeit meiner Behauptung zeigen wird. Schon findet sich im Gesetze etwas, diesem ganz Aehnlichesz eS heißt nämlich: „es führte sie Gott nicht den Weg dnrch's Land der Philister (M, 13. 17. iL) — denn dieser ist nahedenn, sprach Gott, das Volk möchte sich's reuen lassen, wenn sie Krieg sehen, und so würden sie zurückkehren nach Egypten. Herumziehen ließ Gott das Volk den Weg durch die Wüste am Schilfmeer." So wie also Gott, ihre Verzagtheit berücksichtigend, nach welcher sie auf dem geraden Wege, den er zunächst beabsichtigte, nicht auodauern würden, sie auf einen andern Weg führ», um seinen Hauptzweck zu erreichen, so ertheilte er ihnen auch, ihre Vorurtheile berücksichtigend. nach welchen sie sich nicht leicht vom