Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1857)
- Date
- 1857-06-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Ueber die Opfer 177 Nachdem MaimonideS in dem benannten 32. Abschnitte von der göttlichen Weisheit sprach, welche den Thiercu bei. der Geburt, ra sie wegen ihrer Zartheit condense Nahrungsmittel noch nicht verarbeiten können, die nährende Muttermilch verliehen, bis ihre Glieder stufenweise sich crkräftigt und erstarkt haben, fährt er also fort: „Eine ähnliche Sorgfalt der waltenden Gottheit zeigt sich bei Lielen Dingen der heiligen Schrift. Der Mensch vermag nämlich nicht Lvn einem Ertrem in das andere plötzlich überzugehen z daher widerstrebt es seiner Natur, daß er sich Plötzlich von dem losreisc, woran er lange Zeit gewöhnt ist. Damals aber, als Gott unseren Lehrer Moses, g. Tl., sandte, eine priesterliche heilige Nation aus uns zu bilden, theils durch die Erkenntnis) Gottes, wie es heißt: ,.Dir ist's gezeigt worden" :c. (Deut. 4, Z5.), „erkenne also heute und führe es Dir zu Herzen" (ibid. 1, 39.), theils durch die Verehrung Gottes, wie es heißt: „und ihm zu dienen mit euerem ganzen Herzen," (Deut. 11, 13), ferner: „dient dem Ewigen, euerem Gotte," (Erod. 23, 25), ferner: „Ihm sollt ihr dienen," (Deut. 13, 5)—damals, sage ich, war es ein allenthalben verbreiteter Gebrauch, an welchen alle gewöhnt waren, und ein allgemeiner Cultus, bei welchem sie auferzogen wurden, daß mau in den Tempeln den Bildsäulen, welche man darin aufstellte, Thiere opferte, sich bückte und Räucherwerk brachte; dabei wurden für den Dienst in den Tempeln, welche man zur Ehre der Sonne, des Mondes und der Sterne erbaute, besondere, diesem Dienst geweihte Männer erkoren. Daher wollte Gort in seiner allumfassenden Weisheit, welche sich an allen seinen Geschöpfen beurkundet, keineswegs uns gebieten, diese Art des CutmS gänzlich einzustellen und aufzuhebendenn das wäre der menschlichen Nalnr, welche stets an dem Herkömmlichen hängt, unmöglich gewesen. Es hätte damals geschienen, alö wenn in unserer Zeit ein zur Verehrung Gottes ermahnender Prophet aufstände und verkündigte, Gott befiehlt euch, daß ihr nicht zu ihm Hem, nicht fastet, seine Hilfe nicht erflehet in der Leidenszeit, sondern er verlangt, daß euer Gottesdienst in Gesinnungen, nicht in Handlungen bestehe. Aus diesem Grunde ließ uns Gott diese religiösen Gebräuche beibehalten, veränderte aber deren Bestimmung dabin, daß sie nicht mehr erschaffenen Wesen und Geburten der Einbildungskraft gälte», sondern seinem heiligen Namen, und gebot, daß wir sie Ihm erweisen. So verordnete er uns, ihm einen Tempel zu erbauen: „sie sollen mir ein Heiligthum machen" (Erod. 25, 8), daß der Altar seinem Namen geweiht'werde: »einen Altar von Erde sollst du mir machen" (Erod. 20, 21), daß die Opfer ihm dargebracht werden: „wird Jemand von euch