Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1857)
- Date
- 1857-05-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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28 Unsere Lehre und unser Beruf, berauöblübend aus dem Zorneswetter, wie der Frühling g„Z Winter blüht. - Und was hielt denn Israel aufrecht, als der Hm die Fülle seiner Pfeile auögoö über seiu Volk, als er es m-nw zu seines Vogens Ziel, zu seiner Feinde Spott und Haß? - derbar! - Als Gott ihm zeigte seine Strenge, erwachte in Zz, raels Herzen die Milde; dachte es, stimmt geliLwv, „Ewiger ist und bleibt sein Name" — er ist unser guter Vater, auch wen er unS straft — wir behalten ihn lieb! — Und während 5il Völker Israel zuwendeten unendlichen Haß, pflegte eS in feinen Häusern und Gemeinden unendliche Liebe! — Und währen vir Religion in unzählige Äeußerlichkeiten sich verlor und die Schmitt jene bittere Umgebung sich verkrustete, vie das Auge der Völker von uns abwendete, als sei jene Schaale das Grab der Religion — wunderbar! — übten sie im Innern die innigsten und herzizstcn Gebote Gottes, um derentwillen Israel berufen ward zu sein ein Rech von Priestern und ein heilig Volk, so daß sie uns. jz uns, den stolzen Kinoern einer aufgeklärten Gegenwart, in sZ Vielem als leuchtende Muster dienen! — Da wurden sie in ihm tiefsten Erniedrigung .4<Zun«i", Gottes Schaaren, sich vorbereitend zum Auszug in die Menschheit, jene Lieb' und Güte zu üben gegen Alle! - Die Beobachtung der ceremoniellen Gesetze thar ihnen in den trüben Jahrhunderten so wohl; aber was waren sie gewesen, ohne die freudige Uebung jener heiligen Gebott Gottes, die unö sagen: .^cioliai selienuo, „ewige Güte ist sein Name?" — Die Sab bat he waren ihnen ein himmlisches Kleinod; aber was hatte der Arme davon, wenn man nicht gesorgt hätte, daß er habe. „Sabbath zu machen?" — Pesach war ihnen ein herrliches Fest— aber was hatte der Dürftige davon, wenn man ihm nicht gab. den Pesach vorzubereiten? daß auch er wenigstens einmal im Jahre sich erquickt fühle vom Weine, der das Herz seine Leiden vergessen macht? daß auch er wenigstens eine Woche ohne Sorgen lebe, indem Gott durch seine Kinder ihm vor dem Feste besckeert das Brod der Befreiung? — Darum, während um Israel herum war harter Winter, blühte ein Frühling der Liebe und Treue in seinem Innern; und wie die ewige Güte auf dem Felo?, so bereitete es in seinem Hause allen Hungernden den Tisch, allen Heimathlosen das Lager, allen Verfolgten eine Zuflucht, und wurde ein „jüdisches Herz" gleichbedeutend mit einem Herzen, durch welches der ewige Erbarmer seine leuchtenden Wege gebahnt — O22^?2 NI^QQ — die Wege der Güte lind Gerechtigkeit. — Freilich athmete dieses Herz auch Feindschaft gegen seine Feinde, zahlte es ihmn vie gehässigen Gefühle in vollem Maße