Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1857)
- Date
- 1857-05-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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eine Homilie. 27 wandtschastlicbe Beziehungen hat, beging den großen, gewaltigen Kehler. daß sie aus Gottes heiligem und untheilbaren Wesen die Liebe herausnahm, und in ihr einen eignen Gott verherrlichte, wodurch Gott, der Herr, in der Anschauung der Menschen, erst;u einem unnahbaren Zornesgott werden mußte, indem er der Liebe beraubt ward. So nicht in unserer herrlichen Gotteslehre; dü ist Alles erhabene Einheit: 7V M^ttNÄ NNttw ttNV NN^ „und überall wo du den Allheiligen findest in seiner schauervollen Hoheit, da findest du ihn zugleich in seiner herablassenden Güte!" — Lekema liki'köl, Höre Israel, ^Zvnai, der Ewige — M!6M karaeUamim die allerbarmende Güte — Llokenu, unser Gott — Wc!<Zatn liaäclw die allwaltende Gerechtigkeit — ^cwnsi ülliwä, der Ewige, Unveränderliche ist in Allem der Eine!-- O einziger, allheiliger Gott! Wer dir ähnlich sein könnte I — so rüstig, so stark, so ausdauernd im Kampfe für Recht und Licht, und dabei doch so milde, so gut, so unparteilich, so gerecht, das Herz voll von so viel Liebe und, mitten im wogenden Streite, den Frieden als Leuchtthurm im Auge, unentrückbar! — Groß ist die Aufgabe — fast übermenschlich der Beruf! — Aber streben müssen wir darnach! II. Und darum wie ich im ersten Theil Israels Lehre von Gott verkündigt, so sei es die Aufgabe meines zweiten Theiles zu zeichnen Israels Beruf auS Gott, der darin besteht, „daß wir Gottes heilige Wege unter den Menschen zur Anschauung bringen, und für die Verherrlichung seines heiligen Namens ausharren als rüstige Streiter." 1. Was sind Gottes heilige Wege? — Wir haben es erfahren! — „Er bat Moses bekannt gemacht seine Wege, den Lindern Israels fein Wirken: barmherzig und gnadig ist der Ewige, langmüthig und reich an Güte." Diese Wege sollen wir den Völkern durch uns veranschaulichen, damit das lange verkannte Judentum die ächte Nächstenliebe zur Anerkennung bringe, die, aus unserem durch Leiden geläuterten Gemiithe, aus unserem in Thränen schwimmenden Herzen, herrlich wie eine thaubekrttnzte Rose in die Welt hinausblühe! — So füget sich die erste Mtheilung unseres zweiten Theileö an die zweite Abcheilung unseres ersten Theils! — Dieselbe lehrte uns erkennen die Liebe Gottes, seinen heiligen Frieden,