Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1857)
- Date
- 1857-05-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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Unsere Lehrr und unfcr Beruf, Völkern der Erde! — ES ist nicht wahr! — Kein Volk hat seine Strenge in furchtbarerem Maße erfahren als gerade Zcrael. qab den übrigen Völkern das Mark der Erde zu verzehren, wäh: imd sein Volk so oft und so lang das Vrod des Elends genoß; :inv nie hat seine Hanv. ungerecht und lieblos, die Völker der Erde heimgesucht, lediglich um sein Volk zu verherrlichen! Nur wegen ihrer Bünden hat der Herr sie gestraft, um seiner Gerechtigkeit willen; unv auch da. ^22. wenn man menschliche Ausdrücke aus göttliche Tinae übertragen darf, auch da that es seinem treuen Valerhcrzen so wehe, strafen zu müssen. Wie gerne baue seii.e nncndUchc Gnie vie Sodonnter verschont, hätten sich nur zehtt Gerechte in ihrer Milte gefunden! — Vierhundert Jahre lang, währeus Israel Druck und Elend erduldete, schenkte seine Langmmh Kanaans verderbten Völkern Nachsicht, bevor er des Unheils Gewitttrsturm über sie heraussühne. Und zu Jonas sprach er: „du fühlest Bedauern über eine Pflanze, womit du dich nicht bemühet und die du nicht groß gezogen hast — und ich sollte nicht Bedauern fühlen über Niniwe, die große Stadt, die mehr denn zwölf Mriaden Menschen hat, und Thiere ohne Zahl?" - Und unsere Weifen, in der schönen Art, Göttliches durch siuinze Meichnißrede uns naher zu bringen, drücken sich über das Lrrafgerichi. welches die Egypter traf, also aus: „In jener Nacht, als Mizrajim stürzte in die Tiefe des Meeres, da wollten auch die Engel im Himmel dem Herrn der Welt Lobgesänge anstimmen. Toch der Heilige, gelobt sei er, sprach: wie? die Werke meiner Hände versinken in's Meer, und ihr wollet mir Freudenliedtt singen?" — Ja, gütig ist der Herr gegen Alle, und seine Barmherzigkeit reicht über alle seine Geschöpfe! - ^cwuui Leliemo, ..Ewiger ist sein Name," unveränderliche Liebe sein heiliges Wesen. Seine Güte ist Gerechtigkeit, und seine Gerechtigkeit ist Güte. Er. der gewaltige Träger dcS Weltalls, der tadellose Nichter des Meuschengeschlechts, er ist sein wie unser Führer und unwandelbarer Erlöser. — NWNIdN NN N^tt ITMttl Nt «Das ist mein Gott, ich will ih„ verherrlichen, ver Gott meines Vaters, ich will ihn erbeben!" — Israel, das ist dein Gott — so ernst wie milde, so furchtbar wie liebevoll! — Die Heioenwelt hatte für Beides, für Krieg und Frieden, für Heil und Unheil, besondere Götter, und darum konnte sie nicht znr Harmonie des Lebens kommen, weil ihr die Einheit fehlte. Nicht so in Israel; „der das Licht schafft und die Finsternis? stiftet, der Frieden bereitet und Unglück entstehenläßt — Ich. der Ewige, bin es, der dies alles bewirkt!" — Ja, selbst diejenige Religion, die zu der unserigen so viel ver-