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Der israelitische Volkslehrer · 1857-05-01 · Heft 5 (Mai 1857) · page 27

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 5 (Mai 1857)
Date
1857-05-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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Rundschau. 167 ,0?t« nicht die Rede sein. — Scheidungen aber rituell vorzunehmen, bevor die iMilbehörde geschieden hat. ist, nach dem 'Viva Zsmaledutw ^äins'' tdas Gesetz der Regierung mnß dem Israeliten heilig sein) gewiß ,m höchsten Grade unstatthaft. (Weitere CorreSv. aus Württemberg im nächsten Heft.) lieber unser« Karaitischen Brüder in der Krim lasen wir unlängst m den ^div« lsr-u'!ites, daß deren Hauvtort Djuffut-Kale. in der Nähe von Baktschi-serai. in Folge dcS letzten Krieges verfallen ist und bald nicht« mehr als ein Schutthaufen sein werde. — Dasselbe Blatt theilt auch V»e lehn Grundlehren der Karaiten mit. nämlich: l. Gott, seine Allmacht Md Ewigkeit, 2. Gotteö unvergleichliche Persönlichkeit! 3. die substantielle Schöpfung (durch Gott); 4. die'Gottheit erleuchtet die Welt; 5. prophetische Inspiration aus Gott; 6. Vorzug der Prophetie Moses; 7. die Tora die Quelle der Gesetze; S. Belohnung und Bestrafung; 9. Auferstehung der Tödttn; 10. MesffaS. - Wir meinen, und gewiß unsere Leser mit uns. daß hier ächte«, vollgültiges Iudenthum gelehrt werbe. — Wir können hei dieser Gelegenheit die 'Bemerkung nicht unterdrücken, daß noch Niemand eS gewagt har. Talmud und Tradition in die Grundlehrt» einzuführen.— Veweis gi-ttug. c>aß die Synagoge immer von dem Bewußtsein durchdrungen war. die Bidet, und sie allein, sei die Autorität in Sachen unseres Glaubens und religiösen Thun^ — Soeben werden wir durch die ersten Nummern eines neuen Journals aus Bucharest, in romanischer und französischer Sprache: »I'IsraMt« Koll-UNM,- angenehm überrascht. — Näheres darüber in unserem nächsten Hefte. Fulda im Marz*). — (Correöp.) Wenn manche Rabbiner der Gegenwart mit ihrer wissenschaftliche» Bildung des neunzehnten Jahrhunderts eine religiöse Weltanschauung aus dem sechzehnten verbinden, in ihrer Logik dem Kanlischen Systeme folgen und in ihren hyperorthodor-ceremoniellen Eutscheidungen und Erschwerungen den „Äsiua" übertreffe», so äußert eine solche Bastardgeburr der sich widersprechenden Jahrhundert« auf den geistigen und religiösen Entwicklungsgang unserer Jugend unverkennbar einen hemmenden und zerstörenden Einkuß. Dennoch aber wird für die Allgemeinheit die Zeit mit ihren starken Reagenrien solch eine zersetzende Einwirkung wieder ncutralisireu. Wenn aber diese Hyperorthodvrie so sehr von dem tobten Buchstaben der Kasuistik sich beherrschen läßt, daß sie sogar nach ihrem eigenen Systeme sich nicht mehr bewegen kaiin und sich dadurch jenes ^N^Q^ d^N^Q (vernünftige Abwägen in der Casuistik), wodurch es den früheren redlich gesinnten Rabbinen so oft gelang, den Buchstaben des Gesetzes mir dem Drange rer Verhältnisse i» Einklang zu bringen, selbst unmöglich macht; wenn hierdurch diese Hyperorlhovorie zerstörend in das individuelle Familienleben eingreift und die heiligsten Begebungen auflöst, dann verdient sie gewiß, zurechtgewiesen uud bestraft zu werden. Daß unser Hr. Rabbiner En och so Nit Gott wandelt, daß er während der Selichoth-Tage von Morgen bis M, Abend fastet, daß er bei Keinem seiner Glaubensgenossen, auch bei dem Aesgsten Orthodoxen etwas genießt, daß er überhaupt in seinem ganzen Lebenswandel frühere Jahrhunderte mit ihren tiefen Finsternissen repräsentirt »«tz Ke auch bei seinen Gemeindeangehörigen aus ihren Gräbern wieder dtrssrzurufen sich bemüht, gehört nun einmal zu dem widernatürlichen Charakter jener häutigen Bastard-Geburten. Aber unverzeihlich ist diese starre Orthodoxie, wenn durch sie eine verlassene Wittwe mit zwei kleinen Kinder« leiden muß. — Es war nämlich anfangs Februar dieses ZahreS, als *) Verspätet, aber zur Geisse! noch zeitlich genug. — Red.

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