Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1857)
- Date
- 1857-05-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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166 Rundschau. »vtsetznng des Herrn Vr. Auerbach zu Darmstadt vernommen Hab«?,. Wir konnten uns dabei eines tiefschmerzlichen GrfühleS nicht erwehren, daß ein Rabbiner in unseren Tagen so tief sinken konnte, um seine Gemeinte Zu scich energischem Auftreten zu nöthigen. Erbebend ist dabei für uns die Hoffnung, daß die gekannte Gemeinde ihre GesiimungStüchtigkeir nicht blcs negativ durch die Entfernung ihn's bisherigen Rabbiners wird bewähn haben, sondern solche such positiv bewähren werde durch die Wahl eines Mannes von Gesinnung und zuverlässigem Charakter, der fähig und gewillt sei, d.?S darniedtrliegende religiös- Leben wieder aufzuerwecken und das Rabbi nat Darmstatt, einst mit so vielen Ehren in ganz Israel genanm. iu seiner Wurde und Bedeutung wieder herzustellen und;u verirrten. In Pfungstadt, einem Flecken in Großhrrzogthum Hessen, sucht man. ven ultraorthodorer Zelte angeregt, etn jüdisches Winkel-Seminärchen grünten. LaMeute stud dafür sehr rührig. Man hat einen ganz unschuldig aussehenden Artikel dafür in. ne Ztg V. Zud. gesendet. Wir warnen ernstlich davor. Welche Lehrkräfte möchte die Metropole Pfungstadt auszuweisen haben! Ein jüdisches Lehrer-Seminar thut in Snddeuischlanb noth. Dasselbe muß aber von velschietenen Ländern, alö: Würremberg. Baten, Hessen ic. vereint gebildet werden, dann wird ihm die allgemeine Theilnahme nicht entgehen. Man hüte sich vor Zersplitterung und sei gegen geheime Wühlerei auf der Hut. In Alzei ist die Radbinerstelle noch nicht besetzt. — Allen, die sich für die Schicksale des bisherigen Rabbiners daftlbst iiUerresfiren, diene zur freudigen Kunde, caß laut schriftlichen und mündlichen Nachrichten aus New-Nork llch unser Freund in seiner neuen Stelle überaus wohl befind« und fühle. Näheres im nächsten Hefte. — Die Gemeinden „Har Sinai" zu Baltimore und »Berk Mohim" zu Charleston haben ihre Rad« bjner. Dr. Einhorn und Vr. Mairr, unter bedeutender Gehaltserhöhung, in Anerkennung deren Verdienste, lebenslänglich angestellt. (Die Correspendenz aus Charleston im nächsten Hefte.) Unsere Leser werden gewiß mit inniger Theilnahme von der AnuSnieder. legung unseres würdigen Veteranen im Predigeramte Herrn Vr. Salomen is Hamburg gelesen haben. Die dabei stattgehabte Feier war. wie man «nS schreibt, von liesergreifender Bedeutung. Man geht in Hamburg mit dm schönen Gedanken um, eine „Gotthold Salomon-Stiftung" als Stipendium für jüdische Theologen zu gründen. Unsere herzinnigsten Wünscht folgen dem ehrwürdige» Freunde in den Ruhestand nach. In Mannheim sink't demnächst eine ähnliche Feier statt. Der um seine Schule und Gemeinde hochverdiente Herr Vr. Wolff tritt, nach 40jährigem Wirken in den Ruhestand — Möge, nachdem seine dankbare Gemeinde ihn von dem V'? befreiet hat, das NNVQ '2 Nch an dem allverehrlen Lehrer durch ein glückliches Alter freudebringend bewähren! — Aus Württemberg wird die Anfrage gestellt, ob bei einer Che unter Juden, die nur nach dem Civilgesetze geschlossen ist, eine Scheidung nach jüdischem Ritualqesrtze (Set) statthast sei? — Wir antworten: In keinem Falle, auf welchen Standpunkt man sich immer stellen möge. — Erkennt man religiöser Seits die Gvil-Ehe nicht an, so hat die betr. Ehe von vorneherein rituell keine Gültigkeit gehabt; wie konnte dann von einer rituelle» Scheidung die Rede fem? Erkennt man aber religiöser SeitS die bürgerlicht Ehe,Schließung als bindend an, so muß man consequenter Weise auch die bürgerliche Ehe-Trennung als lösend anerkennen, und es kann wieder von