Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1857)
- Date
- 1857-05-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Rundschau. 165 stinkst Wählern zu schmeicheln. Hierauf empfing er von der Hand i f^er Jüdin eine Eutgegnunq. die zur weiteren Kundmachung auch u, ein engUsches Blatt einaerückk wurde, und die wir getreuer Uebersetzung wiedergeben -Mlorv! Ich fühle, daß ich mich entschuldigen muß. ^hre Zeil izu beeinträchtigen, da ich weiß, wie sehr dieselbe in Anspruch genommen^ ist. ^ennrch k^,nn ich nicht umhin, über einen Gegenstand von Ver größten Wichtigkeit mich an Sie ,u wenden. Ich finde keine Worte, stark ge»u^. mein Erstaunen über Ihre Rede am 1. April auszudrücken. In dieser Rede, gehalten iu Edmonton, behaupteten Sie, Sie seien nikmals einem Zudcn begegnet, der nicht erklärt kälte, wenn sich ihm Gelegenheit böte, dem christlichen Klauben eine ernstliche Beleidigung zuzufügen, oder dessen Ausbreitung zu verhindern, solches unfehlbar;u thun. Ich war immer abgeneigt, ja ich bin' durchaus nicht im Stande, die Wahrhaftigkeit eines englischen Gentleman zu bezweifeln, und deßhalb empfinde ich ein ängstliches Gefühl anmntkmen, daß Sie, i» der etwas sinnverwirrenden Aufregung der ParlamentSwahl-Agitationen. unglücklicher Weise in Ihren Ausdrücken in. Widerspruch mit unbestreitbaren und allgemein anerkannten Thatsachen sich verwickelt haben. Die Juden versuchen nie Prvselylen zumachen. Ihrem Meuen Glaube» treu ergeben, streben sie weder mittelbar noch unmittelbar dahin, die religiösen Meinungen Anderer zu untergraben. Warum sollten sie auch dieses thun? Sie find unterrichtet, zu glauben, daß der allmächtige Gott, die Urquelle aller Gnaden und aller Segnungen, alle menschlichen Wesen nach ihren Werken richte, und daß alle Frommen und Gerechten der Erde, wessen Stammes und Glaubens sie immer sein mögen, der Hoffnung tHeilbaftig sint. in'S Himmelreich einzugehen. Daß Diejenigen/welche die christlich« Religion bekennen, streben sollen, Bekehrungen zu bewerkstelligen, begreife ich vollkommen, und indem ich fest überzeugt bin, daß sie keinen Erfolg haben werden, meine ReligionSgenossen vom Glauben Israels abwendig zu mache«, so bekenne ich frei, daß ich die Beweggründe eifriger Missionäre würdige und ihre Anstrengungen zu schätzen weiß. Sie arbeiten unermüdlich, die Grundsätze ihrer Religion auszubreiten, weil sie des Glanbens sind, es gebe außer den Pfählen ihrer eigenen Kirche keine Seligkeit. Die Juden, dagegen können keinen Grund haben. Proselyten machen zu wollen. Sie achten alle Religionen, und sind wahrhaft überzeugt, daß ein aufrichtiger Gehorsam grgcn deren Anordnungen nicht blos mit der Ausübung der edelsten Tugenden vereinbar, sondern auch im hohen Grade geeignet ist, dieselbe zu bewirken. — Ich erlaube mir. Mylord. mich zu unterzeichnen, in aller Aufrichtigkeit, eine Jüdin (.4. ^vess)." — Gewiß, der Gegner konnte nicht kürzer und nicht schlagender zurecht gewiesen werden, Die Jüdin aber, welche mit so edler Glaubensfreudigkeit für die Sache ihrer Religionsgenossen eintrat, ist, wie wir mit Sicherheit mitcheilen können, die edle Dame, die wir oben genannt. Ehre ihrem Streben! Sie ist würdig, als rüstige Vertreterin ihres Glaubens, die Gattin des Mannes zu sein, weichen das englische Volk auf's Neue zur Vertretung seiner Interessen berufen hat. — Bon Kirchheimbolanden (Rheinpfalz) schreibt man uns, daß fich Mast bei der Beerdigung eines hoffnungsvollen Knaben des geschätzten Herrn Vr. Wolfs daselbst eine ungemein rege und rührende Theilnahme. sowohl von Seiten des würdigen Lehrerpersonals des dortigen Progymnasiums,, dessen Z°gUng der Verstorbene war. als der ganzen christlichen wie jüdischen Be-- rölkeruvg gezeigt hat. Man bittet uns. dessen Erwähnung zu thun, als von eimm Zeichen toleranter Gesinnung und allgemeiner Bruderliebe. Welche in jener Stadt bei allen Gelegenheiten fich in schöner Weise entfalte. Unsere Leser werden bereits, durch die öffentliche» Blätter, von der Amts-