Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1857)
- Date
- 1857-05-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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162 Weder zur Rechten noch;ur Linken. werden, der ganze Erfolg unserer Hoffnungen im Gebiete der geistigen Welt ab; wir müssen es erfahren, ob wir es mit Einem, uns Gleichen, zu thun haben, oder mit einem unbegreiflichen Schöpfer des Alls? Soviel ist unbestreitbar gewiß, daß. war Gott zur Welt enbildung auf einen, außer ihm vorhandenen Stoff angewiesen, wie der Töpfer auf den Thon, so konnte er auch nur seinen Willen unvollkommen, nämlich nur soweit, ausfähren als der Thon es gestattete; er konnte nicht das MN Gvte, sondern nur das möglich Beste, aus dem minder Guten auswählen, und zu Stande bringen. Dieses aber ist der wahre Sinn jenes urallen heidnisch-philosophischen Lehrsatzes: daß Gott aus allen möglichen Welten die Beste erschaffen habe, wie er noch charakteristisch in Leibnizens Theodice an der Spitze steht. Dieser Lehrsatz hängt wie wir gesehen, innigst mit der Heid. Nischen Gottes- und Weltlehre, dem Philosophema und Mythus, zusammen und gestallet sich selbst in dem höchsten Aufschwünge unserer Vernunft, in der Weltlehre der Klazomcnier und des Stagiriten*) als Kern und Mittelpunkt ihres Denkkreises. Der rechte Gottesbegriff, die Anschauung eines Gottes, der nach der AuSdrucksweisc eines dämonischen Menschen unter unser» Zeit-und Glaubensgenossen (?), „die Ellbogen frei hat,"^j findet sich auf der Steile, ans welcher eine wahre Schöpfungs lehre besteht und anerkannt wird; — dieser gegenüber ist nichts, als bornirtes Götzenthum. bald mit feinerer bald mit gröberer Einkleidung; der Rustrag de? Rationalismus, d. h. der gottesschöpferischen Vernunft des Menschen, ist nun einmal kein anderer! Dies die theoretische Seite! Nun liegt noch die praktische zu erörtern vor. Die Frage, die wir jetzt noch zu ventiliren haben, bestellt dann, zu ermitteln: Ob es auch nur in unserer Willkür stehe zwischen beiden Weltanscha ungen zu wählen, oder ob wir nicht prakt isch gezwungen werden, uns gegen die Grundtariome unserer denkenden Vernunft für jenes unbegreifliche Dogma, der Schöpfung MS NichtS, im Interesse der Freiheit und des wahren Menschenwesens, zu entscheiden, und zu bestimmen? (Schluß folgt.) * Aristoteles. He-ne: im Nachworte zum „Roman^erv-S. 305. Wahrscheinlich bat Hr. Vr Steinheim an Heine'S Wiederkehr zu monotheistischen Ideen gerächt, ol» er deitstlbtn einen G laude» Sgenossen nannte. Unser Fragezeichen bleibt aber immer gerechtfertigt. Red,