Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1857)
- Date
- 1857-05-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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llZV Meter zur Rechten noch zur Linkt», feinem Wohnorte und sich einen eben so weiten, als, wie sich W Kaufe der Zelten erwiesen hat, falschen Begriff. Im antiken Heidcnchume war dieser Spruch in seinem Rechte. Nun aber q»,t. worm auf jenen Lpruch des Protagons die neue Welt in des Dichters Munde: „Nur des Menschen Maß ist der Mensch; doch der Himmel ist endlos!" Betrachten wir unfern anthropomorphistischen Rationalismus nur etwas näher, so müssen wir gewahr werden, in welche Schwierigkeiten er sich verwickelt. Denn, zu Einem von Zweien muß er sich entschließen; entweder, dem höchsten Urgründe aller Dinge die Willensfreiheit, selbst daö Bewußtsein, abzusprechen: dann aber gieb: er dem allervollkommensten Wesen eine Qualität weniger, als dem sehr unvollkommnen Menschen, dem dieses mächtige, uu; yerwüstliche Freiheitsgcfühl. die Hauptstütze der Eristenz,auöMach- oder ihm dieselbe zuzuschreiben, und zwar in derselben Weise, wie die andern in uns selbst vorgefundenen, auf ihn übertragenen, Geistesvermögen, d.i. mit der Negation ihrer Beschränkung, oder, was dasselbe ist, als eine unbeschränkte Freiheit. Denn, würde er diesem alterhöchsten Wesen nur eine beschränkte Freiheit beilegen, so würde er ihm schon den Charakter des allervollkommensten Wesens verkümmern, und es zu einem Wesen herabsetzen, das, so hoch auch sein Kraftmaß über das menschlich winzigt hinausrage, sich dennoch im Grunde von diesem in nichts Wesentlichem unterschiede, sondern, gleich dem Menschen, zur gleichen Knechtschaft „des ehernen unabänderlichen Fatums", verdammt sein würde. Daß ein solcher Gott nicht anders, als ein armseliger Götze, ein Gespött einer promctheiischen Natur, sei. liegt aus de? Hand. Leiht ihm aber der Rationalismus die absolute Freiheit der That, so verwickelt er sich in einen neuen unlöslicheren Widerspruch gegen sein eigenes Ariom: Aus Nichts wird Nichts! Hierdurch nämlich wird die Ewigkeit der Materie, mithin ein, Gott gegenüber, gleich ewiger Weltstotf angenommen, und diesem eine Widersetzlichkeit, eine Widerstandskraft gegen den absoluten Willen Gottes, also eine Hemmung seiner Kraft, zugestanden. So sieht man den Nationalismus am Seile hin und herziehen, den Knoten aber, den er lösen will, nur immer fester um sich selbst zusammenschnüren. Doch halten wir. um dem Rationalismus von seiner Anmaßung, eine richtige Gottesivee durch eigenes Nachdenken herzustellen, zurückzubringen, ihn nur auf ein ähnliches Mißlingen in einer weit engeren Sphäre, in einer ihm nahe liegenden Erdschichte, hinzuweisen. Wir sagen: der reichere, öegabtere Menschengeist kann sich und seinen Kraftüberfluß dem Dürftigeren einzig durch zweierlei