Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1857)
- Date
- 1857-05-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Autorität der Tora messlanischen Staate wird es keine Kaste geben; am Allerwenigsten eine Priesterkaste. Sowenig wir, wie dieß der Nestor unserer theologischen Wissenschaft, Herr Or. St ein heim, in d. Bl. erst jüngst nachgewiesen, in der messlanischen Zeit einen König-Messias erwarten dürfen, da dieses mit der Ursprung, lichen Zdee des mosaischen Staates, daß Gott allein Israel beherrsche, contrastirte: ebensowenig dürfen wir unsere messlanischen Hoffnungen mit der Wiederherstellung einer beschränkten Priesterschaft trüben, da das ganze Israel zum Priesterreiche (N2^?VQ O^N?) berufen ist. In den Tagen de? Wüste war dieses in der Wirklichkeit sowenig ausführbar, als die Entziehung der Opfer. Dtßhalb war Korah ein Aufrührer gegen die von Gott gefügte Ordnung. Gab ja Israel keine Ruhe, bis es auch seinen König hatte, »wke alle die Völker rings umher". Wie würde es erst sich kindisch gebehrdet haben, wenn man ihm nicht, nach dem Beispiele der Heiden, eine Priesterschaft mit glänzenden Gewändern gegeben hätte, wie solches die Kinder gerne sehen? In der messianischen Zeit aber würde Derjenige als ein Aufrührer gegen die Majestät deö allgemeinen Priesterthums, für welches Gott in den „Erstgeborenen" wenigstens einen prototypischen Wink geben wollte, erkannt werden müssen, der noch von der Bevorzugung einer einzelnen Kaste reden wollte. Es wäre dieß in der That ein noch weit größerer Rückschritt als die Wiederherstellung der Opfer. Denn wahrend es sich hier um eine bloße ungeeignete Ceremonie handelte, um die Verletzung des messlanischen Religion?- lebens in der Form, würde es sich dort um dessen Verletzung im Wesen handeln, nm die Antastung der allgemeinen Priesterlichkeit. Auch hier hat der Talmud den Weg gebahnt; wir dürfen immer nur auf feinen Spuren fortgehen, indem wir uns die Konsequenzen zum Bewußtsein bringen. Der Talmud hat den Nimbus des Priesters um ein Bedeutendes geschmälert, indem er den Mann der Wissenschaft ihm an die Seite gestellt, ja vorgezogen, wenn Jener ein Idiot. Im ehemaligen Palästina nun, unter einem wenig gebildeten ackerbautreibenden Volke, waren Priester und Leviten zugleich die Träger der Wissenschaft. Nun aber diese Gemeingut geworden, wie sollten wir, die wir durch Zahrtau-