Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1857)
- Date
- 1857-05-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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und die fragliche Dauer d«c Opfergchtze. 153 sende gewöhnt, wir dürfen sagen erzogen worden sind, Ehrfurcht zu erweisen um des Geistes willen, wie sollten wir, und noch dazu in der messtanischen Zeit, die noch eine ganz andere Entwicklung hinter sich haben wird, »in Jahrtausende zurückgeworfen werden und Ehrfurcht erweisen um eines Kleides willen, das Eigenthum eines bestimmten Stammes sei? — Das will uns nicht in den Sinn! — Dafür will es uns schier wie Gewißheit vorkommen — obgleich wir wissen, daß die jüdischen Erklärer sich abquälen, dem natürlichen Schriftsinn einen erzwungenen zu substituiren — daß die Prophctenstelle im Iesaias (66. 2l): O'IN^ Nptt ONO Oll „auch von ihnen will ich zu Priestern, zu Leviten nehmen", nicht nur das Aharomdischc. sondern selbst das Israelitische Priesterthum für die messianische Zeit noch zn enge finde und dieses nach demselben Maßstabe ausdehne, wornach der Prophet am Anfange der Rede tOII.1 s^ttM V'O^N IVtt N'2 Nf den Tempel zum Universum erweitert. — Der Zusammenhang des Ganzen, sowie das ONV O^ll (auch von ihnen) läßt keine andere Deutung zu, als daß Gott einst auch den übrigen Völkern den Eintritt in's Priesterthum eröffnet, wodurch die Maner des Kastenpriesterthnms von selbst durchbrochen ist. — Ebenso finden wir in der Stelle im Maleachi (1. N): ÄL^ LttQ I^V (allenthalben wird meinem Namen geräuchert und dargebracht, und zwar reine Gabe) eine Hknweisuug auf die Erweiterung des engen Tempelraumcs und die Verklärung der Opfer. Von reiner, unblutiger Gabe (WnLlm) spricht der Prophet, und er kommt darauf in seiner messtauischen Verheißung (eap. 3, Z.) bedeutungsvoll zurück cnplAI NN) V 'll^V 'N^> I^M). Und so bekräftigen wir schließlich unsere Ueberzeugung. daß ick mit dem göttlichen Worte uns im innigsten Einklänge fühlen, wenn wir den «Priester mit dem Opfermesser" in der messianischen Zeit für eine Absurdität erklären. Das Schreien sterbender Thier« wird nicht in dem erhabenen Tempel der Zukunft gehört werden. Ist es für den fühlenden Menschen schon schmerzlich genug, daß täglich so viele lebende Wesen verbluten müssen, um unsere fleischliche Existenz zu fristen — weßhalb uns auch die Schrift