Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1857)
- Date
- 1857-05-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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!48 Die Autorität der Tora weist, daß sie als vaS zu restituirende Heilmittel der Zukunft hervortrete, so verhält es sich mit derselben im Judenthume doch ganz anders wie im Christentum«. Dieses folgt in dem Satze sxtrs eeelesism müla sslus „außer derKirche keinHeil ^, einer, freilich nicht beneidenSwerthen Konsequenz. Denn da es die Lehre ausstellt, daß vurck das Blut des Erlösers der Mensch, dir auf denselben vertraut, von der Erbsünde losgekauft sei, so kann Allen, denen die Sühne durch dieses Opfer, wegen mangelnden Glaubens, nicht zu Gute kommt, auch keine Läuterung von der Sünde zu Theil werden. Hier ist vom orthodoxen Standpunkte eine Nöthigung gegeben. So nicht bei unS. In den achtzehnhundert Jahren seit Zerstörung des Tempels besitzen wir nicht Priester, nicht Opfer, nicht Sühneblut - Wer wollte aber sagen, daß unterdessen die vielen Millionen, die in dem einzigen Gott lebten und starben, ohne Sühne dahin gegangen seien? Wer wollte im christlichen Sinne bei uns behaupten, extra eeelesiaw oM salus „außer dem Tempel kein Heil, keine Sühne?" — Nach des Talmuds eigenen Worten wird uns auch ohne Opfer und Priester Sühne zu Theil durch (NPNN N^SN Buße, Gebet und wohlrhätige Werke — von welchen Momenten der Talmud sagt, daß sie höher stehen, als alle Opfer zusammengenommm! ES ist uunöthig, einem talmudkundtgen Manne die bezüglichen, in jedem Munde befindlichen Stellen hier zu wiederholen. — Da also Sühne und Seligkeit auch ohne die Opfer zu erlangen ist, diese aber selbst nach dem Zugeständnisse des Talmuds ein untergeordnetes Moment bilden *), so ist gar nicht einzusehen, wie deren Wiederherstellung auch nur an einem einzigen Orte mit der göttlichen Weisheit in Einklang zu bringen fei. Maimo- *) Wir citire« hier, von vielen anderen, nur eine Stelle auS dem Aurzekoa des A. Livvmonn, weil ditseS Buch eben gegen christliche Religion^ avfchauung und Bibelauslegung gerichtet ist; er sagt über den BerS (Ps. St,!9.) „Gottes Opfer ist ein zermalmter Sinn": sNZtF PQlv O'NANV P^PN 5^1 Ip'p INN NV'Vo Nil "die Opfer bewirken eine Zermalmmig des Sinnes vurch die Reue, und das ist das Fundament der Sühne, nicht das Opfer." -