Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 4 (April 1857)
- Date
- 1857-04-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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eine- Homilie. 19 cher feierte während der Schlununerzekt der Erde; der Landmann, welcher für seine ausgestreuete Saat nur wünschen, nicht wirken konnte: sie alle stenen sich, daß die Tagseite des Jahres angebrochen sei, wieder begonnen habe das Reich des erheiternden Lichtes, der beglückenden Sonnenwärme, N^IZIl die Genesung» Hoffnung und belebende Kraft auf ibren Flügeln trägt. Und so, meine Freunde, wer auf höherem Gebiete der Menschheit thZtig ist; wer oft die Hand verzagend sinken läßt, wenn er sieht wie die Mächte der Finsterniß die Erde wieder schlagen wollen in die Bande ewiger Nacht und Geistesknechtschast; wenn er sieht, wie die Bestrebungen der Edelsten verkannt und durch tausendfache Hindernisse gehemmt, von schweren Kämpfen aufgehal'- ten, von heftigen Stürmen bedroht werden: seine Hoffnung lebt neu auf mit dem Erwachen des Jahres; er fühlt, daß Kämpfe und Stürme nothwendig seien auch auf geistigem Gebiete, um die Schläfer aus ihrem Winterschlafs aufzurütteln; er freuet sich der sicheren Aussicht, daß endlich siegen werde das Licht, nnd die beschwingten Geister, die in winterlichen Zeiten der nachtumhüllten Menschheit schweigen müssen, um die Schläfer nicht in der Sicherheit ihres Schlummers zu stören, einst wieder erheben werden den Flug, einst wieder erheben werden das begeisterte Lied, um zu singen der Menschheit Erwachen, um zu feiern die Wiedervereinigung der Erde mit dem erlösenden Lichte.-^- Ein Monat, der solche Botschaft bringt, sollte er nicht ausgezeichnet sein? VINil „Ja, dieser Monat sei euch der erste von allen Monaten des Jahres", ein Freude verheißender Wendepunkt für uns, als Naturwesen und Menschen — und endlich 3. für Ms als Israeliten. Denn in tiefen Schlummer versunken, gefesselt durch Jahrhunderte langen Schlaf äußerer Knechtschaft und innerer Knechtung lag Israel in Aegypten, so daß als Moses, der Lichtbringer, ihnen die hellverheißende Botschaft brachte, sie nicht hörten auf ihn, denn ihr Ohr war noch verschlossen, ihr Auge noch versiegelt von Schlaftrunkenheit. Da kam der Msan-Mond, und nach vielen Stürmen, die über Aegypten hereingebrochen waren, leuchtete auf der Tag der Freiheit, kam der ewig denkwürdige Wendepunkt in dem Schicksale Israels. Da vermählte sich Israel dem Lichte; da ward der Herr der Bräutigam, JSrael die Braut, und dort am Sinai wurde der Bund geschlossen zwischen dem Himmelsstrahle der Offenbarung und dem innig hingebenden Gemüthe Israels. — Darum behielt der Aisav-Mond, der Stifter dieses Herzensbundes, seine ewig herrliche Vedeutuug in Israel.