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Der israelitische Volkslehrer · 1857-04-01 · Heft 4 (April 1857) · page 40

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 4 (April 1857)
Date
1857-04-01
Page
– (sequence 40)
Language
German
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20 XiMtt. der Frühlingsmonat. Und wir Israeliten, gleichfalls darmedergelegen in tausendjährigen Bünden einer winterlichen nachtumhüllten Vergangenheit; gleichfalls auferweckt von dem erquickenden Strahle lichtvoller Erkenmmn, inniger, allumfassender Menschenliebe; gleichfalls angelangt bei einem Wendepunkte, wo daS Licht wieder zu uns kommt, wo nur die Hüllen, die uns und unsere Religion gegen die furchtbare Kälte draußen geschützt haben, mehr und mehr ablegen dürfen, denn ein milder Hauch, der uns wohl that bis in's Innerste des Herzens, ha! uns befreiend gegrüßt: wir sollten uns nicht freuen des herrlichen N-san-MondS, der auch uns und ganz Israel und der gesummten Mensckheit aus leiblicher und geistiger Sklaverei Erlösung verheißt? Woblan, lassen wir uns in unseren Hoffnungen, daß das Licht in Zsrael und in der Menschheit siegreich voranschreiten werde, nicht stören! Bauen und vertrauen wir sicher darauf, daß Wahrheit, Freiheit, Liebe und Frieden aus den Stürmen der Erde hervorgehen werden wie ein klarer Frühlingstag; daß unsere Zeil, gerade weil in ihr die Gegensatze von Alt und Neu, Nacht und Tag. Starrheit und Leben, so gemischt erscheinen, bestimmt seiden Uebergang zu bilden, den erneuernden Wendepunkt zu einer schöneren Zukunft. Je betrübender daher die Erscheinungen der Zeit, je mehr Kampf und unversöhnte Gegensätze sich in ihr darstellen, desto nölbiger, Israeliten, thuen uns Gottes heilige Feste, daß wir uns erheben gleich den beschwingten Sängern in klare Höhen, von wannen unser Festlied ertöne, der Zukunft der verjüngten Erde. Darum höre die Botschaft des düsan-Monds, welcher zu dir spricht: „mißfallen dir die Zustände um dich her, komm zu mir! —' ^"N"1 N"Q „fliehe, mein Freund, und wende dich dem geflügelten Rehe gleich zu den würzigen Bergen der Religion! Dort will ich dir zeigen die Freundlichkeit Gottes m den schöneren Tagen, die da kommen werden!" So möge euch denn der Xisan-Mond mit seinen erhebenden Festtagen anempfohlen sein, daß ihr euch erquickt fühlet als Natu rwesen, daß ihr euch gehoben fühlet als Menschen, daß ihr euch geheiligt fühlet als Israeliten, so oft wir, die Brust voll LenzeSboffnung, uns hier vereinigen zur Anbetung GotteS. Amen.

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