Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 4 (April 1857)
- Date
- 1857-04-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3129675-3129778-3129783--1946-3132912- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
152 Erwiederung Wir nehmen an, daß es der aufrichtigste Wunsch des Herausgebers des „Occident" ist. daß alles in statu quo verbleibe, daß eine Gvnode zusammenberufen werde, um jede Neuerung für ungesetzlich zu erklären und den Status quo durch ihr Votum zu janktionirtn. Mein wir wissen auch, daß Rev. Mr. Leeser zu viel Gelehrter und zu gut mit den Juden in Amerika bekannt ist, um nickt einzusehen, daß eine derartige Entscheidung völlig unberücksichtigt bleiben würde, zuerst von einer ungeheuren Menge von Individuen und dann von einer großen Anzahl von Gemeinden. Der Gang der Zeit ist „vorwärts!" und keine menschliche Gewalt wird ihre mächtigen Räder aufhalten. Sie mag den Fortschritt verzögern und ihm eine andere^ Richtung geben, aber ihn nicht verhindern; und dieses Bewußtsein, dieser unruhige Blick in die Zukunft stört den Frieden und die Nuhe des Herausgebers deS „Occident" und der von ihm repräsentirten Partei. Unruhe, Verzweiflung und Unentschlossenheit sind die Kennzeichen der alten konservativen Partei. Der praktische Widerspruch zwischen Leben und Religion besteht in ihren Reihen so gut als in denen der Reformer: aber sie wollen nicht daran erinnert werden; sie wünschen für sich selbst jedes Gebot zu übertreten, wenn dies ihnen zuträglich ist oder von der Noth gefordert wird, aber sie würden nie in eine amtliche Abschaffung desselben willigen, und dieser Zustand der Selbsttäuschung ist natürlich mit all dem Unheil schwanger, worüber sie sich beklagen." G u t m a n n. <H» SVK. Erwiederung aus die Neeenfiou des Herrn Gutmann, über Grätz's Geschichte der Juden. Geehrter Herr Redakteur! Das Decemberhest (1356) JhreS geschätzten Blattes, das mir so eben zu Gesichte gekommen, enthält eine so anerkennende Beurtheilung des dritten Bandes meiner Geschichte der Juden, wie sie nur vie Eitelkeit eines Autors — wenn es ihm nämlich nur darum zu thun ist — befriedige» kann. Ich bin aber dem Herrn Recensemen nicht so sehr für das meinem Werke gespendete Lob dankbar^ als vielmehr für die an demselben gemachten Ausstellungen, weil sie mir Gelegenheit