Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 4 (April 1857)
- Date
- 1857-04-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Parteien. Er verschaffte sich dieselben .bald, er suchte die Anmaßung der Reformers die kühn genug wären, die schwere Verantwortlickkeit auf sich zu nehmen, eine Abtheilnng nach der andern des jüdischen Gottesdienstes und der Zeremonien zu verändern uttd zn reformiren, nachzuweisen. Er ftihrte an, daß dadurch die so viele Jahrhunderte hindurch unter den weithin zerstreuten Gemeinden des Vrils bestandene Einheit aufgelöst werden würde, und deßhalb vertheidigte er den Zusammentritt von Synoden oder Konferenzen, um diese ernsthaften Angelegenheiten in die Hand zu nehmen, daniber zu beratschlagen und Beschlüsse zu fassen. Dies geschah. Wir wollen den Leser nicht auf die ausführlichen Berichte von den Rabbinerversammlungen in Deutschland verweisen) diese mögen vielleicht nach den Grundsätzen des Nev. Mr. Leescr, zu radikal gewesen sein. Wir wünschen nicht auf die Conferciiz in Vtevetand zu verweisen, da ihre Beschlüsse blos vorbereitend für zukünftige Versammlungen waren. Aber wir verweisen auf den ausführlichen Bericht von der Versammlung der frommen und orthodoxen französischen Großrabbinen; auch diese haben jetzt von dem „Occident" den Absagebrief erhalten. — Da nun der Herausgeber des „Occident" auf diese Weise jede Reform, mag sie von Individuen vertheidtgt oder von einer Synode sanktionirt sein, verwirft, so entsteht die Frage:, welche Vorschläge macht er, um das Leben mit der Religion zu versöhnen? Leset die letzte Nummer des „Occident", und auf der zweiten Seite sagt er euch offen rmd ohne Rückhalt, er sei in völliger Verlegenheit, irgend welche Vorschläge zumachen. Er. gesteht zu, daß die alten Formen schnell dahinschwinden, daß Individuen und Gemeinden, ohne Rücksicht auf die alten Gewohnheiten und Gebräuche zu nehmen, thun, was sie für recht, schicklich und nützlich halten; er beklagt sich, daß die Welt so materiell und selbstsüchtig geworden, daß ganz andere Mittel und Werkzeuge, als bisher in Anwendung gebracht wurden, erforderlich seien, um die Aufmerksamkeit auf die Religion und ihre Anforderungen zu lenken; er steht es — obgleich er es nicht eingestehen will — daß wir uns am Vorabend einer großen Veränderung befinden, und daß die Reform sich über jede Stadt in den ganzen vereinigten Staaten verbreitet; allein wenn ihr ihn fraget, was sollen, was müssen wir thun in dieser drängenden Roth? antwortet er: „Ich weiß nicht-, diese neuen Züge verwirren meinen Geist und mein Gemüth, meine Verstandeskräfte und mein Gefühl in einem solchen Grade, daß ich nicht weiß, was ich Annehmbares für diese auflösende und zergliedernde Generation vorschlagen soll."