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Der israelitische Volkslehrer · 1857-04-01 · Heft 4 (April 1857) · page 23

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 4 (April 1857)
Date
1857-04-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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IRI
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Die Parteien 127 mit außerordentlichen, nutzlosen theologischen Discussionen behelligt zu werden; und ohne die Religion sich in ihre weltlichen und comtitkrziellen Angelegenheiten mischen zu lassen, ohne durch ein Heer von Zeremonien, deren UeSertretung in früheren Zeiten als Sünde betrachtet wurde, gehemmt zn sein — besteht das ganze religiöse Leben im Anschließen an eine Gemeinde und im Bezahlen der jährlichen Beiträge, im Besuche des Gottesdienstes an Sabbath- und Feiertagen, in dem Wohlgefallen an einer guten Predigt. „Laßt uns in Ruhe," ist das höchste Motto; „belästigt uys nicht mit unnvthigrn Plänen und Entwürfen; wir haben genug mit uns selbst zu thun, um ehrlich durchzukommen; wir können wirklich keine Zeit erübrigen für eure transeendenten und eingebildeten Ansichten." Dann sind auch die meistens innerhalb der letzten sechszehn Jahre begründeten Gemeinden so jung, ihre Ertstenz ist so prekär, daß die Vorsteher alle Mittel anwenden müssen, um Uneinigkeit und Zwietracht zu vermeiden. Der Verlust einiger Mitglieder wird noch arg empfunden; die Kassen können keinen großen Verlust ertragen; außerordentliche Anstrengungen sind zu machen, um nur die laufenden Ausgaben zu bestreiten, und bei jeder Deputirten-Comznission ist es ein Gegenstand ernstlicher Betrachtung, wie alle diese Schwierigkeiten zu überwinden seien. Das einfachste Mittel zur Erreichung dieses Zweckes ist, durchaus gar keine Neuerung einzuführen. Dadurch werden die Alten, welche die regelmäßigen Besucher deS Gottesdienstes sind, zufrieden gestellt; die Andern sind zu indifferent, um nicht gleichfalls damit zufrieden zu sein, und die Vorsteher, welche dnrch diesen Ltstus-yuo in den Stand gesetzt werden, ihre Ausgaben zu bestreiten, schreiben als höchstes Motto über die Thür? ihrer Versammlungs- Loeale: »Um Gottes willen, laßt uns in Ruhe; jeder Zwiespalt, jeder Streit wird unsere finanziellen Angelegenheiten in Verwirrung stürzen; laßt es sein, wie es jetzt ist; mögen künftige Generationen für den von euch empfohlenen Fortschritt Sorge tragen." Nichtsdestoweniger befinden sich unter dieser, anscheinend so ruhigen und lethargisch friedlichen Oberfläche unruhige Elemente, welche diese künstliche Einheit und Harmonie an einem schönen Tage zu stören und zu durchbrechen drohen. Es nützt nichts, die Thatsachen zu verheimlichen und zu vertuschen, welche uns ins Gesicht starren, wodurch wir nur unsere bessere Einsicht betrügen, so sehr es auch die Gefühle manches Gläubigen verletzen mag, wenn man die Dinge bei dem rechten Namen nennt, so sehr verlangt es die Wahrhaftigkeit jedes ernsten und überlegten Mannes, die Wahrheit zu sagen, und nichts als die vollkommene

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