Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 4 (April 1857)
- Date
- 1857-04-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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von vi. Steittheim. 123 nach dem Muster der Völker ringsumher: dies, dem Hetdenthmn abgeborgte Königthum in Israel, ward zur Basis der Zuknnstletzre durch die Vorstellung eines legitimen, d. h. aus königlichem Samen entsprungenen, Gesalbten lMaschiach, oder Messiah) genommen, und so die reine göttliche Zukunftslchre der Offenbarung mit der schlechten einer heidnischen Erbfolge, eines Vorwaltens der Erblichkeit, und der Präponderanz des organischen ZeugungSacteH vermischt und so zu einem Mischdogma der unreinsten Art herabgebracht. Man hat dem Rabbinenthum deßhalb von Außen her den Vorwurf des gröbsten, weltlichen Materialismus in der Mefsiaslehre gemacht, nnd wir müssen in diesen Vorwurf mit einstimmen; nur nimmt es uns Wunder, daß dieser Vorwurf von einer Seite kommt, welche diese schlechte Lehre vollends auf die Spitze getrieben hat. Diese legitime Messiasidce, die sich schon im Jesa iah neben der reinen erhabenen Zukunftsidee, ausgebildet findet, ist altastanschm Gepräges, und hat in ihrer Verknüpfung mit der Theokratie des A. T. am Gehalte des reinsittlichen Elementes einen großen Theil eingebüßt. Es trat auch hier der Fall ein, der so ziemlich allgemein stattfindet, daß das schlechtere Element in seiner Composition mit dem Bessern, dieses herabzieht, wie der Fleck der Fauluiß sich allgemach des Gesunden vemeistert. Jenes Minimum von Zusatz bei den Propheten verwandelte sich zur Haupttdee bei ihren Nachfolgern in der Weiterbildung der Messlas-- lehre. Deßhalb darf es nicht zugegeben oder geduldet werden, daß auch nur ein Minimum von heidnischer Betmischung innerhalb des reinen Ossenüarungsbegrisses zurückbleibe. Aus der Zukunftslehre des Judenthums muß endlich der Zusatz eines erblichen Königssprosses ausgeschieden, und die Lehre auf ihren reinen Gehalt zurückgeführt werden. War Samuel der inspicirte, und aus Gott sprechende Prophet, wofür wir ihn halten, so können wir auch nicht an der Wahrheit seines Ausspruches zweifeln, daß das Aönigthum, wie es Israel von ihm gefordert, und wie er es eingesetzt hat, mit der Idee derTheokratte im Widerspruche stand, und einen Abfall von dem lebendigen Gotte bedeute. Ist es nun mit dem ganzen Königthum also aufzufassen, so kann es mit seiner Perpetut-- rung um nichts besser, sondern eher noch schlechter beschaffen sein! Wir können daher nicht zugeben, daß unsere heilige Znkunfite hre, diese Hoffnung und dieser Trost für das ganze Menschengeschlecht, verdorben und verringert werde durch eine Art von Bevorzugung und Erbadel, in einem Volke, bei welchem die mo- 9*