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Der israelitische Volkslehrer · 1857-04-01 · Heft 4 (April 1857) · page 17

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 4 (April 1857)
Date
1857-04-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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von vr. Steinhelm. 421 Sehen wir darauf diese altheidnischen Glaubenslehren schärfer an. so entdecken wir mit großer Gewißheit in denselben das Grundtlcment, auS dem sie hervorgegangen sind, und sich herausgebildet haben. Dieses aber ist kein andres, als unsere schaffende, architektonische Vernunft selber, mit ihrer unverkennbar charakteristischen Form des Satzes, Gegensatzes und derVermittelung leopula). Höher, als bis auf diesen Culm, vermochte das mystisch-symbolische, sowie das mathematisch-construirende Heidenthum es nicht zu bringen. Die abstr acte Einheitslehre von der Nrsub stanz ist nun aber himmelweit von der individuellen, persönlichen Einheit der Offenbarung verschieden, und eben diese bildet den Lebenspunkt der alttestamentauschen Lehre, durch den Alles eine neue, der altheidnlschen entgegengesetzte, Gestaltung gewinnt. Die Lehre einer freien Schöpfung aus Nichts, dieses Haupt-Merkmal der Offenbarung, verflicht sich mit allen abgeleiteten Lehrsätzen, und stellt die, welche ähnlichen heidnischen parallel laufen, gradezu auf den Kopf, kehrt sie vollends um, wie wir dies an dem Dogma der Zukunftstdee nachgewiesen zu haben glauben.— Mit dieser Zukunfrslehre steht nun die Mefsiasid ee in engster Verbindung. Die physiolo g isch e Zukunftslehre des Heidenthuins steht der ethischen in der Offenbarung diametral entgegen. Dort waltet das eherne Naturgesetz von Ursache und Wirkung mit unbeugsamer Consequenz; hier die That eines sittlichen freien Willens. Die physischen Gegensätze von Licht und Fmsterniß, Schaffen und Zerstören, Gutem und Bösem, dem Abfalle des Urreinen von sich selbst durch innere Gegenfetzung, diese physisch-polaren Widersprüche, schwinden, und an ihre Stelle tritt ein einheitlicher Wille eines einigen Geistes. Die Idee eines Abfalls, einer vollkommenen Umwandlung der innevn Natur, kehrt sich um in Lüsternheit und Ungehorsam gegen das göttliche Gebot, und wird damit zu einem strafbaren Acte des freien Willens. Diese Lehre d er F reiheit nach dem Worte der Offenbarung trat dann in ganz nahen Contact, und somir in Conflict, mit dem äußerlich verwandten, aber innerlich-verschiedenen, heidnischen Dogma der Parsilehre, gleich im ersten Erile. Diesen Conflict finden wir denn auch bereits deutlich ausgesprochen, außer tm Jesaiah zu Ende, schon zu Anfang des Etiles im Jeremiah und zwar in Aramäischer Mundart, um ihn noch schärfer hervor zu heben (Mitten im Hebräischen X,?. XIX). Doch reichte diese Einsprache zweier der ersten Propheten nicht hin. eine so erhabne und, eben darum dem natürlichen Menschen so ferne Lehre, wie die Messiaslehre des alten Bun- VII. 9

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