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Der israelitische Volkslehrer · 1857-04-01 · Heft 4 (April 1857) · page 5

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 4 (April 1857)
Date
1857-04-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Slebi>n oder acht Tage? 109 dieses dem Buchstaben oder dem Geiste nach? DaS Pe sachfest ist das einzige Fest — denn Lelimini ^servili ist ein Fest für sich — an welchem die Schrift, seiner hohen Bedeutung wegen, zwci Tage für nöthig erachtete; sie legte sie aber auseinander, um ihren Widerwillen gegen zwei sich unmittelbar folgende Festtage recht deutlich auszusprechen, und Ihr feiert deren vier, handelt also an Einem Feste zweimal gegen Gottes Willen und Geist? — Das Wochen fest bettachtet die Schrift gewissermaßen nur als eine Fortsetzung des Pesachfestes, als festliche Beendigung der Aerndtezeit, als feierlichen Abschluß derselben — daher es auch, wie der letzte Tag der Tischriseste, den bezeichnenden Namen n^2erotk« sühn — und sie erkennt ihm nur einen Festtag zu. — DenTag des G edächtn isses betrachtet die Schrift höchst weise als eine Einleitung und Vorbereitung auf den Ver-- söhnungstag; es bilden daher beide Feste wieder eine Gruppe, die mit einem Tage beginnt und mit einem Tage schließt; ein zweiter Neujahrstag aber stört diese schöne Oekonomie! — Und nun gar derVersöhnungstag selbst! — Wenn wirklich ein gerechter Zweifel obwaltete, ob man je bei den verschiedenen Festen den rechten Tag beginge, und man deßhalb, als Krücke der damaligen Unersahrenheit, jedem Feste eine hölzerne Stütze menschlicher Satzung anfügte, so hätten sich doch wahrlich die Wogen der Scrupulvsität himmelhoch erheben sollen bei des Jahres heiligstem Tage, daß man da keinen Mißgriff thäte und zwei Versöhnungstage Hätte man vor Allem einsetzen müssen! — Warum beschwichtigten sich da die Scrupel?Warum ging man mäuschenstill über dieses gefährliche Dementi deS zweiten Feiertags hinweg? — Ei, aus dem einfachen Grunde, weil sich das Volk zwei nach einander folgende Fasttage nicht hätte auferlegen lassen! — „DaS Leben ertrug's nicht!" — Also doch das Leben? — Das Leben drängte den Zweifel wie einen knurrenden Hund in seine Höhle zurück, beim Versöhnungstage — und Sei den übrigen Festen sollte es selbst wie ein unberechtigter Murrer und Knurrer zum Schweigen verdammt werden? — Endlich das Hütten - und Besch kußfest! — Hier macht die attrabbinische Praxis geradezu Fiasko! Denn man hat, des Zweifels wegen, wirklich

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