Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 4 (April 1857)
- Date
- 1857-04-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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103 dem die Ruhe ihm beides gewähre: Sammlung für den Geist Erholung für den Körper. Sind diese beiden Zwecke erreicht, so kann er ohne Gefahr für beide dem göttlichen Witten nicht entgegenhandeln. Wir finden dasselbe bei den Christen, die ohne weitere Untersuchung an den bestehenden Brauch bei den Juden, mit denen sie Anfangs die ursprünglichen Feste Ostern und Pfingsten zusammengefeiert, sich anschlössen und daher zwei Feiertage nach einander Segehen, daß stch der zweite nie und nirgends auf der Höhe des ersten zu halten vermochte und fast überall Zu einem halben Werktage zurücksank, an welchem selbst die Kirche ein Auge zudrückt und manche Erleichterung und Licen; gestatt-t, Das Christenthum bewegt stch eben, da eS stch vom „Äes^x" — freilich zu seinem anderweitigen Schaden, was zu erörtern nicht hierher gehört — völlig losgemacht, auf dem Boden der kirchlichen Satzung freier; während sich bei uns ein zweiter Feiertag, mit Licenzen nur für dieTodten, in angemaßter Arroganz dem ersten so an die Seite drängt, als sei er ihm ebenbürtig, gleich heiligen Ursprungs! Ja, wie der Igel in der Fabel beeinträchtigt er jenen, macht er sich, als Festtag derNabblnen, die auf ihre Satzungen oft einen größeren Nachdruck legten als auf die der Schrift tNIIN IN? QN^2N2 V^N 1"WN!l). und den man daher wie ein Schooßkind vor Mißachtung bewahren müsse C^!^ 'NW, so gewaltig breit, daß die Superstition ihn hoch in Ehren hält, durch Predigtabhaltung auszeichnet, und uns ein Fall bekannt ist, daß Jemand — als Sohn eines orthodoren Rabbiners, der viel auf den zweiten Feiertag gab — an diesem Tage seinen Laden schloß, während er ihn am ersten Festtage gewohnheitsmäßig offen hielt!! — Wohlan denn! „orthodoxe" Brüder, die Ihr Euch vom „rechten Glauben" nennet, wenn Ihr den rechten Glauben babet, daß die Feste von Gott geoffenbarte heilige Zeiten seien, warum mißachtet Ihr den göttlichen Willen, der sich uns in der Einsetzung Eines Festtages so deutlich und unverkennbar ankündigt? Warum beseiligt Ihr nicht den zweiten Feiertag, der ursprünglich nur ein Nothbehelf der Unwissenheit war, jetzt aber geradezu als ein Ungehorsam erscheint wider das göttliche Gebot, betrachte man