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Der israelitische Volkslehrer · 1857-03-01 · Heft 3 (März 1857) · page 37

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 3 (März 1857)
Date
1857-03-01
Page
– (sequence 37)
Language
German
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als Pr,digt-Ter!t? 13 Vortrag keinerlei Geltung haben. Der Tert erinnert also den ^rechenden und den Hörenden, daß sie in und mit ihrer Gesammtimschauung auf dem Standpunkte der Bekenntnlßschrifrcn stehen, und alle Anschauungen und Grundsätze zu adoptiren haben, die eben in jenem Schriftcomplere enthalten sind. Die Function des Textes besteht also hauptsächlich darin, die höchste und ausschließliche Giltigkeit des Schriftwortcs, Schriftflnnes und Schriftgeistes in ihrer Totali tat anzuerkennen; er erinnert also nicht blos, daß man auf religiösem Gebiete über- Haupt, sondern auf einem bestimmten religiösen Gebiete stehe und somit kein Gedanke im ganzen Vortrage colllviren dürfe mit irgend einem Grundsatze, der in jenem Schriftcomplere. in jenem Gesammtschriftcnthume ausgesprochen ist, woraus der Tert entnommen und wovon er einen tntegrirenden Theil bildet. Wer würde es wohl im Entferntesten gerechtfertigt finden, wenn beispielsweise in irgend einem Kanzetvvrtrage, welchen Gegenstand er auch zum Vorwurf habe, nur andeutungsweise daS Eingreifen der Gottheit in die Angelegenheiten der Welt und Menschen geleugnet werde, oder gar eine Hinneigung zu der neuesten Kraft- Stosslehrc sich bemerklich inachte? In dem Gebrauch des Tertes wird daher nicht nur die i m Terte enthaltenen, sondern die theologischen Wahrheiten überhaupt, wie sie in den Bekenntnißschriften der speciellen Cvnfession ausgesprochen sind, anerkannt. Wird nun die Richtigkeit des Gesagten zugegeben, so muß die in der Überschrift gestellte Frage im verneinenden Sinne entschieden werden. In dem Gebrauche eines talmudtschen Ausspruches, einer talmudischen Sentenz zum Terte läge die Anerkennung aller Grundsätze, Ideen und Anschauungen, die in jenem Schriftcomplere enthalten sind, welche wir mit dem Namen: Talmud belegen; der orthodorcste Israelit braucht und wird nicht allen Aussprüchen und Anschauungen des Talmuds in einem solchen Umfange Autorität beimessen, indem jener Theil des Talmuds, welcher unter dem Namen KN^tt l>AAöa) bekannt ist, auch vom orthodoxen Standpunkte auS als Ausfluß individueller Meinung augeschauet wird, und die An- oder Nichtannahme in der Prüfung des Ausspruches selbst, nicht aber in einem außerhalb des Ausspruches liegenden Principe, wie bei dem Schriftworte zu suchen und zu finden ist*). Ein Anderes ist die Anwendung und Herbeiziehung eines schönen, kernhaften talmudischen °1 Ä« Hvldheim'S neuesten Predigten findet sich Wohl Seite 2ÄS eine Predigt, deren Tert ein Ausspruch aus dem Talmud bildet INV'U^ MM?^ - Anm. d. Eins.

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