Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 3 (März 1857)
- Date
- 1857-03-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Wann lebten Esra und Neheim«? 97 ziehen und den Tempel wieder aufzubauen (536). Allein die Samaritaner, wegen der Verweigerung Serubabets, am Tempelbaue helfen zu dürfen, gereizt, suchen das Unternehmen, durch die bestochenen Näthe des CyruS, zu vereiteln. So bleibt der Tempelbau unterbrochen während der Regierungszeit des Achaschwerosch (Xerres 485 — 67) und des Artachaschaschta (Artarerres I. 467—425), denn die Feinde erlangten durch eine Anklageschrist ein Verbot dieses Königs gegen den Wciterbau, bis endlich Darms II. (424—404) ihnen die Erlaubniß wieder gibt den Tempel zu vollenden und den Gottesdienst wieder herzustellen (ek. Esra 4, 5—24). Hieraus ersehen wir nun ganz deutlich, daß dieser in Esra 4. 24. erwähnte Darius nicht Histaspis gewesen sein kann, indem er da als Nachfolger des Artachaschaschta (Artarerres I.) genannt wird, der das Verbot feines Vorgängers aufhob und den Trmpelbau unterstützte. Demnach muß Artachaschaschta, unter welchem die Wirksamkeit des Esra und Nehemia zu Stande kam, Artarerres II. (404—365) sein, indem er als Nachfolger Darius II. genannt wird. Wohl in dem ersten Jahrzehnt der Regierung Artaxerres II. zog Esra, Nehemia aber lm 20sten Regierungsjahre desselben, also um 384, nach Ie> rusalem. Nachdem nun Nehemia, in zwölfjährigem Aufenthalte daselbst, die inneren und äußeren Verhältnisse der Juden geordnet hatte, kehrte er (372) wieder an den persischen Hof, kam aber in den letzten Lebensjahren dieses Königs, wohl um 366, wieder nach Jerusalem, fand jedoch seine Einrichtungen nicht gehandhabt. Er führte nun die Sabbathfeier wieder ein und schritt endlich zn der abermaligen Ausweisung der heidnischen Frauen. Ist nun auch nicht mit Genauigkeit anzugeben, wann, nach der abermaligen Rückkehr des Nehemia, jene energische Ausweisung der heidnischen Frauen zu Stande kam, so glauben wir doch ungefähr das Jahr 360 annehmen zu können, indem die übrigen Leistungen den Nehemia auch mehrere Jahre in Anspruch nahmen. Der Schwiegersohn des Sanballat, welcher sich nicht von seiner Frau trennen wollte, mußte damals das Land verlassen. Sanballat, welcher seinem Schwiegersohne eine Hochpriester^Würde zu verschassen suchte, strebte nun, durch sein Ansehen bei den Samaritanern dahin zu wirken, daß dieselben eine besondere Gemeinde gründeten und einen Tempel, ähnlich dem zu Jerusalem, Saueten, an welchem sein Schwiegersohn Hoherpriester sein sollte. Von der Zeit an entwickelte sich die samaritanische Gemeinde, bis unter Alexander (330) der Tempel unter Leitung des Sanballats, eines Greisen wohl von 80 bis 90 Jahren, gegründet wurde. Wir glauben nun der Angabe des Josephus gerecht geworden zu sein,