Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 3 (März 1857)
- Date
- 1857-03-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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bearbeitet v. E. Hecht^ Sü ja es wird das Buch an und für sich eine interessantere Privatlcktüre, indem aus den deutschen Dichtungen, in Versen und Prosa, Manichfaltigeres und Vorzüglicheres aufgenommen werden kann. / , Die auffalligen Leitseile für Lehrer sind eine Zugabe, die weder die Selbstthätigkeit des Schülers noch die Achtung vor dem Lehrer erhöht. Sehen wir nun von der Wahl des Buches ab, und betrachten die Herrn Hecht selbstständig zugehörende Arbeiten, so bedauern wir sehr, diese nicht einem geeigneteren Ganzen etngeftochten zu sehen, dessen sie würdig wären. Die jüdischen Artikel sind gut, ja zum Theil trefflich, und wir erkennen mit Vergnügen hier wieder unfern Hecht, dem die israelitische Schule einige-der besten Schriften der Jetztzeit verdankt. Die Gedichte, die in diese Rubrik gehören, zeichnen besonders das jüdische Leben in vergangenen Zeiten, schöne ächte Lebensbilder, wie „Ein Passahfest v. Alfred Meißner, die zwei Männer zu Worms, Umstände verändern die Sache, der Zöllner und der Jude" Legenden wie Verurja, Chanania ben Teradjon dienen jedem Lesebuch zum Schmuck. Die bei den einzelnen geographischen Abschnitten eingestreuten Notizen über die Verhältnisse der Israeliten in den betreffenden Gegenden halten das Interesse für's Judenthum rege; die zumeist biographisch gehaltenen Erzählungen aus der Geschichte Israels sind trefflich, klar, anregend und lebendig. Nur wissen wir nicht, warum einzelne moderne Persönlichkeiten im geographischen Theil, andere im historischen Theil aufgeführt worden. Auch hätten wir gerade solche hervorragende Personen bedeutender behandelt gewünscht, die, wie „Gabriel Nießer," vorzugsweise für das Judenthum gekämpft und gelitten haben. Ebenso gehört es zn den Pflichten Israels, der Nichtjuden zu erwähnen, die für unser Recht in die Schranken traten, Männer aus der badischen Kammer, dem bayerischen und preußischen Landtage. — Wir halten uns nicht berechtigt, über diesen Theil des Buches mehr zu sagen, da er für -ine erste Arbeit lin seiner Art) sehr gut ist. Wir sind darum auch überzeugt, daß dieses Buch schon jetzt ausgezeichnete Dienste leisten kann, und für Besseres die Bahn auf eine vielversprechende Weise eröffnet. Jedenfalls ist dasselbe besser als ein specifisch christliches, und wird namentlich in minder gehobenen Landschulen, etwa in solchen, die in mehr ackerbautreibenden Gemeinden bestehen, sich von gutem Nutzen erweisen. — / Klingcnstem.