Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 3 (März 1857)
- Date
- 1857-03-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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92 Haester'S Lesebuch Durch mehrere Chronisten ist eruirt, daß das Jahr 1343 ein sehr unglückliches für die Juden in Ulm war, aber erilirt wurden sie von dort erst 50 Jahre später. Ein Chronist schreibt: ..Kaiser Marimilian gab am 6. Aug. 1496 Ulm ein Mandat, ine mehr denn eine Anzahl Juden bei sich zu behalten, die übrigen aber auszutreiben, nnd am St. Lanrenziustage verkaufte Marimilian an Bürgermeister, Nath und Gemeinde zu Ulm die Häuser, Synagoge und andere Gründe und Güter, darin die Juden gewobnt, gesessen und Wesen gehabt, sammt dem Letchhof und allen iren Zu- und Angehörigen sammt und sonderlich als seine eigene Kammergüter für frei, lauter und eigen für 5000 ff. Schein. Mittwoch nach Gilgentag wurde den Juden verkündet, daß sie sich innerhalb 5 Monaten mit ihren Leibern und beweglichen Gütern aus der Stadt Ulm und ihrem Gebiet thun und ziehen." ES ist demnach daZ Jahr 1497—93 anzunehmen, in welchem die Juden aus Ulm erilirt wurden. Ich hoffe Ihnen später noch weitere Mittbeilungen hierüber macken zu können. Da Ulu, als römische Niederlassung ander Donau anzusehen ist, so iA ibre Niederlassung dort in den ersten Jahrhunderten römischer Herrschast in Süddeutscl'laud sehr wahrscheinlich. ——..«»..'—— 58. Haester s Lehr- und Lesebuch für Schule»,. Bearbeitet von Emanuel Hecht. Erscheinungen aus dem Gebiete der israelitischen Schutts rarur sind für den berufstreuen Lehrer schon deßhalb bedeutungsvoll, weil sie so sehr in sein Wirken einzugreifen bestimmt sind. Sie sind es umsomehr. indem sie ein Zeugniß von den Bestrebungen und der Tragkraft der Zeit ablegen, und weil es an guten jüdischen Schulschriften noch so sehr gebricht, trotzdem die jüdische Literatur überhaupt seit einem halben Sa'culuni, seit der Kampf der Ideen das Judenthum bewegt, so Ausgezeichnetes hervorbrachte. Die jüdische Schul-Literatur ist hinter ihrer Zelt zurnck.Mietm. sowohl was die Aneignung, als auch was die sachgemäße pädagogische Behandlung des vorliegenden Stoffes be, trifft. DaS sollte nicht sein; denn die Schule soll das Leben vorbereiten. Sie muß darum auch ein Spiegel dieses Lebens sein, und alles, was sie hervorbringt, muH in Zweck und Mittel mit dem Urbild in Harmonie gebracht werden.