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Der israelitische Volkslehrer · 1857-03-01 · Heft 3 (März 1857) · page 12

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 3 (März 1857)
Date
1857-03-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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84 Mt-er zur Recht,» noch zur Linken, Grund liegt in der inneren Übereinstimmung des Heidenthums mit der natürlichen Anschauung des Menschen; die Begünstigung der Sinnestust, die reicheren Verheißungen fkr's Jenseits/sind höchstens begünstigende Nebenmomenle. Wahrend das Heidenthum auf dem Grundtypus mensch, licher Denkweise rühm, war die Lehre Mösts ihr Widerspiel, eine neue, fremdartige, der heidnischnaturgemäßen entgegengesetzten, Gottes- und Welklehr«. Deßhalb nennt sich die alte Schrift selbst eine „Lehre" und wiederholt es stets, es einschärfend dein Volke, vas sie zur wahren Gomserkenntniß erziehen will, daß man erkennen soll, daß der Ewige alleiniger Gott sei, Er, der Schöpfer vom Himmel und der Erde. Sie warnt davor: nachzubuhlen „dem HttZen und den Augen" d. h. den Gefühlen und der bloßen SinneSanschauung. Das Heidenthum befindet sich in einem zwiefachen Vorcheile gegenüber der Offenbarung; es ist faßlich, und beciuem. Es erfüllt und befriedigt den Menschen, indem es ihn in einschmeichelnder Form nur dasselbe gibt, was bereits von Natur in ihm liegt, ohne ihm etwas, das ihm ferne läge, zuzumurhen; ohne weitere Ansprüche, als solche, die er ohnehin an sich stellen muß, an ihn zu machen, und noch mehr dadurch, daß es solche strengere Ansprüche, welche das innewohnende Sittengebot an ihn stellt, mildert, mäßigt, sogar mitunter gänzlich aufbebt, und durch gewiße Versöhnungsmethoden, Ablaßkramerei, noch außerdem den Richter in uns zu beschwichtigen weiß und verstummen macht. So naturgemäß diesem zufolge der ewige Abfall Israels vom Uotre der Offenbarung war, so mußte dieser sich doch in ganz verschiedenen Gestalken, je nach der Nachbarschaft mit den Heidenvottern, und je nach dem Stande der Cultur im Juden- und Heidenthum, darstellen. So ward der Götzendienst Israels bald ein rohsinnljcher, so lange nämlich Egyptens und Canaans Mythen seine nächsten Nachbarn waren; bald ward er feiner, und erhob sich zu einer geistigeren Form, wie sich das Volk unter dem Einflüsse der baktrisch-magischen Lichtlehre fand. Jndeß hat schon zu Cvrus Zeit der Prophet Jesaiah seinen Protest gegen dieses fublimme Heidenthum eingelegt, von welchem eS so unendlich schwer ward, sich frei zu erhalten. Ein sehr bemerklicheS Eindringen persischer Mmhen in die geoffenbarte Gotteslehre zeigte sich bereits in den erilischen Schriften, und hat bis auf unsere Zeit herab mächtige Verfälschungen zur Folge gehabt und besonders in abgeleiteten Religionssystemen die Urlehre bis zur Unkenntlichkeit überwuchert und entstellt. In Bezug auf unsere gegenwartige Aufgabe haben wir un-

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