Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 3 (März 1857)
- Date
- 1857-03-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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von vr. Sleitthtim. 81 der Götter Griechenlands, bis auf Thom. Moore, dem Katholiken und Verfasser des „verschleierten Propheten von Chorassan" und endlich bis auf die letzten Emulationen des jungen Deutschlands, erzeugte jene schlechte, grundlose Maxime der Dogmatlk eine Reihenfolge der widerwärtigsten, empörendsten Productionen in der Literatur, die, so tadelnSwerth au sich, dennoch eine wahre Wohlthat für die Gesamnttheit sind, damit unser Geschlecht nicht vollends die Beute von Thoren und Betrügern werde. Zu jenen schwachen und werthloscn Kriterien — als Kriterien — gehört auch das bekannte des echten Talismans von Lessing. Wer wüßte nicht, daß in jeder Religion das wohlgeordnete Teumrh sich durcharbeitet, und selbst die schlechteste, wenigstens im Handeln — wie eine kräftige Natur neben der Krankheit auch die perverse Heilmethode-zu besiegen vermag. Fürwahr! Das sittsame Errüthen einer Nausikaa in der Odyssee findet im Olymp kein Vorbild, und im Mythus keine Anregung! Das Mährchen LesfingS ist auch nur— ein Mährchen, und nicht einmal als Noth- Sehelf zu dem, was es sott, tauglich. Wer pocht wohl stärker auf die Kraft seiner Droguen, als der Scharlatan? Und welcher besonnene Arzt schreibt den Erfolg leichtfinnig feine Mitteln zu? Nurwas sie Uebles stiften, können wir mit ziemlicher Gewißheit herausbringen! was sie Gutes bewirken, festzustellen, so festzustellen, daß es jedem aufrichtigen Denker einleuchtet, ist unendlich viel schwerer! Lassen wir der sM kraus (frommen Betrügerei) ihre saneta simplieitas (heilige Einfalt) für ihre unheimlichen Operationen. Ihr Publikum ist zahlreich genug. Wir haben aber alle Ursache, mit Bedacht vorwärts zu gehen, und uns vor ihrem Garne zu hüten. Deßhatb soll es mit freudigem Gruße empfangen werden, jenes geistige Reagens und Erkennungsmittel, daS uns vor dem bornirten Aberglauben, und zugleich vor dem trostlosen Unglauben zu schützen vermag. Wer uns wohlbehalten zwischen der Scylla des Fanatismus und der Charybdis der Hreigeisterei hindurchführt, der ist ein guter Pilot, und folgt dem rechten Compaß. Diesen unfern geneigten Lesern in die Hand zu geben, ist die alleinige Absicht des Verfassers; ihn anzuwenden, die Sache des Gebraucherö, nachdem er ihn zu haudhabcn gelernt hat. — Vorläufig stellen wir als leitendes Moment auf: Jede Lehre von den göttlichen Dingen, und somit vorzugsweise die Religionslehre, wird um desto näher oerWahrheit angenommen werden müssen, je geistiger und einfach er ihr Gruuddo gma ist, und je freier von materiellen Vorstellungen sie gefunden wird.