Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 3 (März 1857)
- Date
- 1857-03-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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5W Wrd«r zur Rtcht,n noch zur Linken, Synagoge fckaarkMveis hinaus, und in den Schooß des Heldentums, getrieben wurden. Denn die blöde Menge sieht nur auf's Kleid, nur aufs Aeußerliche; ein unscheinbares, oder gar widerwärtiges Aeußere kann den Besten unglücklich, und den Weisesten zum (Ycspötte machen. Die falsche Furcht, dem Kern zu schaden, wenn man die Schale zerbräche, oder die noch schlechtere Ver» einerleiung beider, wodurch dieser mit jenem gleiche Würde zuerkannt ward; oder endlich'die schlechteste Ueberschätzung derselben, durch welche die Geringschätzung des Innern zu Stande kam: diese argen Perirrungen wurden die Todfeinde der Synagoge, und tragen die Schuld an ihrer Verwaisung. Tieß mag für den ersten Alagevunkt genügen; der zweite, der der Verfälschung und Verderbung des Inhaltes der Offen, barung. fordert eine tiefere Begründung, und ist eines vollständigen Beweises bedürftig. Die formulirteAnklage lautet: dierabbi'nischeOrthodorie hat die Offen b arungs lehre des alten Testamentes mit heidnischen Zusätzen vermischt, unddadurch wesentlich verfälscht. In einer so geistigen, so subtilen Frage, wie die nach der Wabrhett und Authenticitat einer Religion ist nichts so schwierig, und gleichwohl nichts so unerläßlich, als die Auffindung eines äußerlichen und unfehlbaren Merkmals ihrer Echtheit. Denn jedeö innere Merkmal ist, theils ein stetö bestreitbares, theils ein zu spät kommendes, erst dann anwendbares, wenn man bereits den noch zweifelhaften Gegenstand in sich aufgenommen, sich vielleichtvon einer hervorragend glänzenden Seite desselben bestechen gelassen hat. Sodann hat jenes s.g. innere Merkmal für eine derartige geistige Wahrheit das Mangelhafte, daß es ewig partiell bleibt, und nicht fähig ist, eine bestimmte allgemeine Glltigkeit zu erwerben. Das kommt aber daher, weil sich dieses innere Merkmal der Wahrheit aus einem subjektiven Frömmigkettsgefühle, und aus Erregungen des Gemüthes ableiten, nicht aber auf einem allgemeinen Denkgesetze begründen lassen will. Daher denn hier der Täuschung und dem Truge — verwerflich, auch wenn er sich den frommen schelten läßt — Thür und Thor geöffnet bleibt. Statt auf logischem Verfahren begründeter Dogmen, begnügt man sich, ja, prahlt man vielmehr, mit wundersamen Intuitionen, und findet sich unbemerkt auf Abwegen, die in den Sumpf derMuckerei ausmünden. Andrerseits erhebt sich der freche Hohn gegen alle Religion, und die allgemeinen Maxime entsteht, daß Zeder sich seine eigene Religion machen müsse, die denn auch meist hausbacken und roh genug ausfällt. Von Lufian, dem Verhöhner