Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1851)
- Date
- 1851-12-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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290 - Bücherschau. geschlossen zu werden, als unser Dichter besitzen möchte, um die Thränenperlen des Jehuda ben Halevi zu bewahren, die er um Der Diva» des Castiliers Aöul Haßau Inda Ha-levi von Abraham Geiger. (173 S. in 16. — Breslau, bei Kern. 1851.) Wir können in unserer Bücherschau den obigen Mittheilungen nichts geeigneter folgen lassen als die Anzeige dieser Schrift unseres gelehrten Freundes. In derselben wird uns das Leben und Dichten des großen Spaniers am Faden seiner eigenen Gesänge vorgeführt. Nach einer trefflich geschriebenen Einleitung. (I), in welcher die auf hispanischem Boden vermittelte Berührung jener vollendeten Bildung islamitisch morgenländischer Völkerstämme mit der neu aufstrebenden Cultur christlich-abendländischer Nationen, sowie die Einwirkung beider auf den bildsamen und nachahmungsgewandten Geist der Juden meisterhaft dargestellt ist, zeigt uns der Verfasser in acht folgenden Capiteln Inda Halevi — um 1080 geboren — zuerst als liebeglühenden Jüngling sH), als gewissenhaften Arzt (III), als seltenen Freuud (IV), als gereiften Mann (V), wie ihn dann die Unlust am Dichten (VI) anwandelt, indem er. nach tieferem Gehalte in der Poesie sich sehnend, eine Zeit lange schwieg, bis die Metamorphose ihn als religiösen Dichter (VII) sich zum Urquell des Gesanges emporschwingen ließ, und der heilige Sänger zugleich als frommer Philosoph (VIII), — denn diese beiden Begriffe schlössen sich in der damaligen Zeit nicht gegenseitig aus — Gott und den göttlichen Dingen in dem berühmten Werke „Kufari" seinen forschenden Geist widmete. Zuletzt begleiten wir den sehnsuchtsvollen Sänger als Pilger (IX) nach dem heiligen Lande*), wo die Spur des großen Gottesmannes sich in den Fall Zions geweinet — , Perlenthränen, die verbunden Durch des Reimes goldnen Faden, Aus der Dichtkunst güldnen Schmiede Als ein Lied hervorgegangen. ' Kortsetzung folgt.) Interessant war MS in dieser Abtheilung (S. 90) die Bemerkung, daß Inda Halevi'S Enkel, ein Sohn seiner einzigen Tochter, sein, des Groß,