Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1851)
- Date
- 1851-12-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Hebräische Melodie» von Heine. 28K Aber, ach, der schöne Tag verflkttert; und wie mit langen Schattenbeinen kommt herangeschn'tten die böse Stunde der Verwünschung — da seufzet der Prinz! Ihm ist's/ als griffe der Zauber schon eiskalt in sein Herz, als durchrieselten ihn schon die Schauer der erniedrigenden Verwandlung. Nun gilt es zu scheiden — > Die Prinzessin reicht dem Prinzen Ihre güldne Nardenbüchse. Langsam riecht er — Will sich laben Noch einmal an Wohlgerüchen. ES kredenzet die Prinzessin Auch denAbschiedStrank dem Prinzen— Hastig trinkt er, und im Becher Bleiben wen'ge Tropfen nur. Gr besprengt damit den Tisch, Nimmt alsdann ein kleines Wachslicht, Und er tunkt es in die Nässe, Daß es knistert und erlischt. — — Diesem herrlichen Gedichte folgt ein Romanzencyclus über „Jehuda ben Halevi." Dieser treffliche jüdische Dichter, von dem wir in diesem Hefte noch mehr sprechen werden, lebte vor 800 Jahren in Spanien; er ist, wie gar Viele seiner großen jüdischen Zeitgenossen, von seinem jetzigen Glaubensgenossen wenig gekannt. Was lernen unsere Damen jetzt in den Pensionaten nicht Alles auswendig, scherzt Heine (S. 247): Alte Mumien, ausgestopfte Pharaonen von Aegypten, Merovinzer, Schatteukönge, Uvgepuderte Perücken, Auch die Zopfmonarchen Chinas, Porzellanpagodentaiser — Alle lernen sie auswendig, Kluge Madchen, aber Himmel— Fragt man sie nach großen Nameu Aus dem großen Goldzeitalter Der arabisch-althispanisch Jüdischen Poetenschule, Fragt man nach dem Dreigestir», Nach Jehuda ben Hatevy, Nach dem Salomon Gabirot, Unv dem Moses Iben ISra — Fragt man nach dergleichen Namen, Dana mit großen Augen schauen UuS die Kleinen an — alSvanu Steh» am Berge die Ochfinneu. In allem Ernste aber dürfen wir Heine großen Dan? wissen, daß er jene bedeutenden Namen aus dem Dunkel der Zeiten hervorzog, und durch seine panegyrischen Gesänge alle die eigenen Bewunderer zur Kenntnißnahme von der bewunderungswürdigen MschhiSpanischen Dichterschule anregte. ES ist unS mcht möglich, von dem Reize dieser schönen Romanzen hier im Umrisse einen Begriff zu geben, sie sind würdig, von jedem Israeliten wiederholt gelesen und in ein solch köstlich Kästchen ein-