Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1851)
- Date
- 1851-12-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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288 . Bücherschau. „Sei gegrüßt, geliebte Halle Meines königlichen Vaters! Zelte Jakobs. Eure heit'gea Eingangspfostea küßt mein Mund!" Durch das HauS geheimnißvoll Zieht ei« Wispern und ein Weben, Und der unsichtbare Hausherr Achmer schaurig i» der Stille. Aber jeden Freitag Abend, Zu der DämmrungsstmUle, plötzlich Weicht der Zauber, und der Hund Wird aufs em menschlich Wesen. Mevsch mit menschlichen "Gefühlen,^ Mit erhobnem Haupt und Herzen, Festlich» reinlich schier gekleidet, Tritt er in des Vaters Halle. „Stille!" Nur der Seneschall („BulgoSynaqogendiener"), springt geschäftig auf und nieder, um die Lampen, die trostyerheißenven goldnen Lichter anzuzünden, und stolz flackern nun auch die K e r z e n auf von der Brüstung des Almcnrors. Vor dem Schreine aber, der die Thora aufbewahrt, und mit der kostbar seidenen Decke verhängt ist, da sehen wir den Gemeindesänger, ein schmuckes Männchen, mit kokett geachscltem schwarzen Mäntelchen. Leise trällert er vor sich hin, den Zeigefinger au die Schläfe, den Daumen an die Kehle gedrückt, bis er endlich laut aufjubelnd seine Stimm' erhebt und singt: Lechs Daudi LikraS Kalle — t Dieses hübsche Hochzeitstarmea Komm', Geliebter, deiner harret! Ist gedichtet von dem großen. Schon die Braut, die dir entschleiert! Hochberühmten Minnesinger Ihr verschämtes Angesicht! I Don Iehuda ben Halevy. *) ' Zn dem Liede wird gefeiert Die Vermählnng Israels Mit der F.-au Prinzessin Sabbath. Die man nennt die stille Fürstin. Die Prinzessin Sabbath nun, eine Perl und Blume aller Schönheit, sie geleitet den Liebsten nach Hause, wo sie ihm, „ausgenommen Tabakrauchen", Alles gewährt, für jene Entbehrung aber ihm das Wonnebrod des Paradieses, die wahrhast göttlichen Sabbatbgcrichte vorsetzt..... Speist der Prinz von solcher Speise, Glänzt sein Auge wie verkläret, Und er knöpfet auf die Weste. Und er spricht mit sel'gtm Lächeln: „Hör ich nicht den Jordan rauschen? Sind das nicht die Brüßelbruanen In dem Palmenthal von Beth-Et, Wo gelagert die Kameele? »Hör* ich nicht die Heerdengleckcheu? Sind das nicht die fetten Hammel, Die vom Gilead-Gebirge Abendlich der Hin herabtreibt?" *) Hier ist ein kleiner Jrrthum; das Gedicht ist vos R. Saloms» HalevL.