Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1851)
- Date
- 1851-12-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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feinem Handwerke und den Menschen gegenüber. 273 ständnlß in den feuchten Boden die eine, und in den trockenen Boden die andere Frucht pflanzen. So soll auch der Handwerker nicht bei dem Einen stehen bleiben, sondern sich auch mit dem Gebiete des Andern vertraut zu machen suchen. Macht z. B. der Schlosser, der mannigfache Arten von Schlössern zu arbeiten hat, sich mit den Leistungen des Tischlers bekannt, so wie dieser mit den Leistungen des Andern, dann werden beide den Wünschen ihrer Austraggeber besser entsprechen können. Darum läßt sich hier mit den Worten des Propheten sagen <Jef. 41, 6): „Einer helfe dem Andern und rufe dem Bruder zu: sei stark! Der Zimmermann ermuthige den Goldarbeiter; der Hammerplätter den Ambosschmied." So unterstütze Eines daS Andere! Wenn das eintritt, daß die Handwerke und die Handwerker unter sich sich verbrüdern, dann bilden sie eine Kette, die unmöglich gesprengt werden kann. Sosoll das Handwerk Alle umschlingen, die sich demselben widmen, und so die Handwerker nur eine Familie bilden, die sich gegenseitig unterstützt und aushilft; diese Eintracht nach innen und außen wird sie stark machen. ES ist bekannt, wie einmal ein alter Vater seine Kinder darauf führte, einig zu sein. Der greise Bater fühlte sich seinem Ende nahe, seine Kräfte schwanden mehr und mehr. Da quälte ihn eine Sorge noch; die Sorge um seine Kinder! Er erkannte zwar ihr kindlich reineS Gemüth, fürchtete aber, daß nach seinem Tode, wenn der Vereinigungspunkt fehlen werde, sie nicht mehr in der Eintracht leben würden wie bisher. Er berief daher vor seinem Tode die Söhne nochmals zu sich, und bevor er ihnen zum letzten Male seinen Segen ertheilte, wies er die tief Bekümmerten auf eine Anzahl dünner Holzstäbchen hin, die gebunden auf dem Tische lagen. Nehmet den Bund, sprach er, und zerbrechet ihn! Einer nach dem Andern versuchte es, doch eS ging nicht. Da nahm der Vater daS Bündel, lös>te es auf, gab die einzelnen Holzstäbchen den Kindern, und bald war Alles zerbrochen. Da konnten die Söhne deutlich sehen, wie Einigkeit groß und stark macht , wie Trennung und Zwietracht Alles zerstört.— 2. Dieß in Betreff Eueres Handwerkes! — Ihr seid