Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1851)
- Date
- 1851-12-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3129675-3129676-3129689--0289-3132789- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
274 " Die Aufgabe des israelitischen Handwerkers^ aber außerdem auch Mensches, und wollet in der großen menschlichen Gesellschaft leben; auch dieser gegenüber gilt es, eine heilige Aufgabe zu erfüllen!.— / Dem Menschen ist die menschliche Gesellschaft nothwendig. WaS wäre der Mensch, so er nicht unter Menschen lebte? Und besäße er auch alle Reichthümer der WM^^as^tte ^sö er allein wäre? Das Thier mag seine Seeligkeit finden, wenn es allein auf Wiese und Flur oder im Walde herumläuft; es hat Lebensgenuß, weil es da alles findet, was es bedarf. Gebt aber dem Menschen AlleS — er hat nichts, so er allein ist Selbst im Paradiese fühlte sich Adam unglücklich, da er allein war. Die Gesellschaft A für den Menschen das, was das Wasser für die Fische, waS das Licht für die Pflanzen ist. Fehlt dem Menschen die menschliche Gesellschaft, so wird nie ein Mensch auS ihm; wie es schon von Jsmael, dem Sohn Abrahams, heißt, der ik der Wüste groß gezogen wurde: ONd« 8iS N'W NIM „er wird ein wilder Mensch werden." (1. B. M. t6,12.) Die Menschen find es, die uns sanft und sittig, die Menschen sind eS, die uns zu Menschen machen. Nun aber sehet Ihr: so groß und bedeutungsvoll auch die Gesellschaft für den Menschen ist, so bietet sie anderseits uns auch viele gewaltige Schwierigkeiten! Ihr wißt es, die Luft ist dem Menschen nothwendig, er bedarf ihrer zum Leben; und nichtsdestoweniger schreit jedes neugeborene Kind schmerzlich auf, wie es zur Welt kömmt, weil es im ersten Augenblicke die ungewohnte Luft nicht ertragen kann. Es geht dem Menschen mit der menschlichen Gesellschaft ebenso. Er bedarf ihrer, aber eS verursacht ihm manchen Schmerz, bis er sich in sie schicken lernt. Während es auf freiem Räume leicht möglich ist, da oder dort einen Platz einzunehmen, macht es die größten Schwierigkeiten, da sich Raum zu verschaffen, wo Andere schon vorhanden find; während eS unter wenig Menschen leicht ist, sich eine Stellung zu verschaffen, kostet eS im Gedränge der Menschen viel Mühe, um bemerkt zu werden. — Und eS gilt dies wieder in doppelt erschwerter Weise für den israelitischen Handwerker, der mit Schwierigkeiten al- ' ler Art zu kämpfen hat, um, so vielen Vorurtheilen gegenüber,